Freiwillige für Model Hostel WELCommon in Athen

Model Hostel WELCommon
Im Zentrum von Athen entstand im Herbst 2016 in einer ehemaligen Klinik ein wegweisendes Wohnprojekt für Flüchtlinge. Leitlinien des Modellvorhabens sind: Beteiligung der Bewohner an der Gestaltung des Hauses, Eigenverantwortung und Aktivierung vorhandener Fähigkeiten, Verbindung zum Stadtteil. Das Haus soll ein Community Center mit Arbeitsplätzen für Geflüchtete und Einheimische werden. Eine Sozialklinik mit Arabisch sprechenden Ärzten ist im Aufbau. Das Wohnprojekt geht in seinem Anspruch also weit über eine Bereitstellung von Unterkunft und Verpflegung hinaus. Es kann beispielgebend für andere Flüchtlingsunterkünfte werden –nicht nur in Griechenland. Diese hochgesteckten Ziele machen es für Freiwillige, die nicht nur einzelnen Menschen helfen, sondern an gesellschaftlichen Veränderungen mitwirken wollen, spannend und lehrreich, sich dort einzubringen.

Initiator und Träger des Hauses für Geflüchtete ist die Soziale Kooperative „ Anemos Ananeosis /Wind of Renewal“ (www.anemosananeosis.gr). Deren Vorsitzender Nikos Chrysogelos war von 2012 -2014 als Grüner aus Griechenland Mitglied im Europaparlament. Etliche aus unserer Gruppe kennen ihn inzwischen persönlich. An dem Wohnprojekt für Flüchtlinge sind das Greek Migrants Forum und andere NGOs beteiligt. Verträge mit den Eigentümern des Gebäudes, der Stadt Athen und der UNHCR wurden abgeschlossen. Inzwischen wurde die Flüchtlingsunterkunft in das „Relocation Programm“ der EU einbezogen. Bislang übernimmt UNHCR die Basiskosten, aber es mangelt an vielem. Sach- und Geldspenden sind notwendig, um die finanziellen Lücken zu schließen.

Freiwillige gesucht für Flüchtlingsunterkunft WELCommon
Von September bis Dezember  2016 halfen vier Praktikantinnen und weitere Freiwillige, die von „Respekt für Griechenland“ vermittelt worden waren, tatkräftig bei der Renovierung und Einrichtung  des Gebäudes mit. Die ersten Flüchtlinge konnten im Oktober 2016 einziehen. Stammten diese fast alle aus Syrien, so beherbergt WELCommon inzwischen über 160 Gäste aus 16 Ländern. Unter ihnen ist die Anzahl der sogenannten Härtefälle (vulnerable cases) sehr hoch. Hinzukommt, dass 60 Prozent der Bewohner Kinder sind, meist mit alleinstehenden Müttern.

Da die Instandsetzung aller Räume (3200 qm), insbesondere der Projekträume, noch keineswegs abgeschlossen ist, werden weiterhin praktisch und technisch versierte Männer und Frauen gebraucht. Überwiegend aber suchen wir Freiwillige für die pädagogische und soziale Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Deren Aufgaben wären es, mit Kindern zu spielen und zu lernen, Kunst- und Kulturprojekten anzuregen, Ausflüge zu organisieren und sich um einzelne Kinder, die in Schwierigkeiten sind, speziell zu kümmern. Die meisten Kinder haben bedingt durch Krieg und Flucht über Jahre keine Schule besucht und gehen nun auch in Athen nicht zur Schule – teils weil die Aufnahmeplätze rar sind, teils weil die Familien auf ihre Umsiedlung in ein anderes europäisches Land warten und deshalb nicht motiviert sind, ihre Kinder in eine griechische Schule zu schicken,  So bemüht sich das personell völlig unterbesetzte Mitarbeiterteam, im WELCommon selbst schulische, kulturelle und soziale Bildungsmöglichkeiten bereitzustellen. Ehrenamtlichen werden entsprechend nicht nur bei Freizeitaktivitäten, sondern auch beim Unterrichten insbesondere von Englisch, Arabisch und Mathe gebraucht.

Wir wünschen uns Freiwillige, die selbstverantwortlich und eigenständig arbeiten können und  außerdem Englischkenntnisse, eigene Projektideen und Erfahrungen im Umgang mit Geflüchteten mitbringen. Eine pädagogische Ausbildung wäre von Vorteil, ist aber keine Voraussetzung.

Interessenbekundung an einer Mitarbeit
Wer Interesse an einer ehrenamtlichen Mitarbeit im Model Hostel WELCommon in Athen hat, teile uns seine Zeitplanung mit. Wünschenswert ist eine Aufenthaltsdauer von mindestens vier Wochen. Eine kürzere Mithilfe z.B. von arabisch oder griechisch sprechenden Bewerber/innen ist möglich. Weiterhin bitten wir um Angaben zu Ausbildung, Alter, Sprachkenntnissen, beruflichen und sonstigen Qualifikationen sowie zum gesellschaftspolitischen Engagement und zu praktischen Erfahrungen, insbesondere im Bereich Migration oder Flüchtlingsarbeit. Bitte die Angabe von Telefon- oder Handynummer nicht vergessen. Ihre Interessenbekundung sollten Sie am besten gleich auf Englisch an uns richten. Das spart Zeit bei der Bearbeitung, denn die Kommunikation mit WELCommon läuft auf Englisch.

An Hand Ihrer Angaben und nach möglichen Rückfragen entscheiden wir über eine Empfehlung, die dann zusammen mit Ihrer Unterlagen ans Hostel geht.

Reise- und Lebenskosten
Den Freiwilligen steht in der Regel eine kostenfreie, aber nicht sehr komfortable Unterkunft im Hostel WELCommon zur Verfügung. Bei Bedarf gibt Respekt für Griechenland e.V. einen Zuschuss von höchstens 200 Euro zu den Flugkosten sowie von höchstens 12 Euro/ pro Tag zu den Lebenshaltungskosten. Bei diesem Angebot ist zu bedenken, dass wir nur schwer die notwendigen Spenden für unsere Flüchtlingsarbeit in Griechenland einwerben können. Dennoch weisen wir niemanden ab, der oder die geeignet erscheint, nicht aber alle Aufwendungen selbst bezahlen kann.

Kontaktaufnahme über initiative-rfg@posteo.de
zu Herbert Nebel, Hilde Schramm, Julius Verrel

Spendenkonto für die Flüchtlingsarbeit in Griechenland:
GLS Bank, Kontoinhaber: Respekt für Griechenland
IBAN: DE15 4306 0967 1175 7746 02
BIC: GENO DE M 1 GLS
Steuernummer: 27 / 676/ 52054, Spendenbescheinigungen werden bei Angabe von Name und Anschrift ausgestellt.

Spendenbitte

Arbeit mit Geflüchteten in Berlin und Athen – Beispiele „guter Praxis“

Wochenseminar 21.-25. November 2016

Arbeit mit Geflüchteten in Berlin und Athen
Fachleute aus Athen, die dort in der Flüchtlingsarbeit tätig sind, tauschen eine Woche lang Informationen und Erfahrungen mit Freiwilligen, Hauptamtlichen, Geflüchteten und politischen Entscheidungsträgern aus, die sich in Berlin für geflüchtete Menschen engagieren. Aus den Begegnungen können weiterführende Kooperationen entstehen. Und so
hoffen wir, dass die Besuchswoche zum Aufbau einer Städtepartnerschaft
»von unten« zwischen Athen und Berlin beiträgt.
Programm