Begleitmaterial (3 Teile) zur Bildungsarbeit mit dem Film DER BALKON

———-EINFÜHRUNG ———-

DER BALKON – WEHRMACHTSVERBRECHEN IN GRIECHENLAND
Die Vernichtung des Dorfes Lyngiades am 3. Oktober 1943
Dokumentarfilm von Chrysanthos Konstantinidis, Athen 2018, 101 Min.

Für die Bildungsarbeit vom Regisseur gekürzte Fassung 2020, 43 Min.
Griechisch mit deutschen Untertiteln

Die Bildungsarbeit ist Teil der Kampagne von Respekt für Griechenland: Deutsche Kriegsschuld und Verpflichtungen gegenüber Griechenland

Die Aufarbeitung des Nationalsozialismus bedarf einer dringenden thematischen Ergänzung: die Verbrechen der Wehrmacht im besetzten Griechenland von 1941-1944, die Täterschaft vieler Großeltern und Urgroßeltern und die bis heute abgewehrte Verantwortung der Nachkommen. In Schulbüchern oder anderem Unterrichtsmaterial zum 2. Weltkrieg findet man wenig oder nichts über die Okkupation Griechenlands. Dem entspricht eine weitgehende Erinnerungslücke im kollektiven Gedächtnis der deutschen Gesellschaft. Schuld und Verantwortung gegenüber Griechenland wurden länger verdrängt als gegenüber allen anderen von Deutschland okkupierten Ländern. „Begleitmaterial (3 Teile) zur Bildungsarbeit mit dem Film DER BALKON“ weiterlesen

Begleitmaterial Teil 2: Zur historisch-politischen Einordnung des Films

(Teil 2 des Begleitmaterials (insgesamt 3 Teile) zur Bildungsarbeit mit dem Film DER BALKON)

2.1 Deutsche Besatzungspolitik gegenüber Griechenland –
und ihre Auswirkungen auf die griechische Nachkriegsgesellschaft


Im Oktober 1940 hatte Italien Griechenland angegriffen, wird aber von der griechischen Armee besiegt. Am 6. April 1941 lässt Nazi-Deutschland die Wehrmacht in Griechenland einmarschieren. Beginn der mörderischen Besatzungszeit. Am 23.4.1941 kapitulieren die griechischen Streitkräfte. Das Land wird in drei Besatzungszonen zwischen Deutschland, Bulgarien und Italien aufgeteilt und von allen drei Besatzungsmächten ausgebeutet – am stärksten von Deutschland. Die Besatzungsmächte setzen griechische Regierungen ein, die mit ihnen kollaborieren. Linke und nationalistische Partisanengruppen leisten Widerstand. Im September 1943 schließt Italien einen Waffenstillstand mit den Alliierten. Die deutschen Besatzer gliedern die bisherige italienische Besatzungszone in ihren Machtbereich ein. Die italienischen Soldaten werden von ihnen entwaffnet. Im Oktober 1944 zieht sich die Wehrmacht aus Griechenland zurück. Ein Bürgerkrieg beginnt.

Prolog: Hakenkreuz auf der Akropolis. Aus Marc Mazower, Griechenland unter Hitler. Das Leben während der deutschen Besatzung 1941-1944, S. Fischer Verlag, Frankfurt 2016 (zuerst erschienen auf Englisch Yale University Press 1993) , S. 24-30
Schilderung des Einmarsches der deutschen Truppen von Nordgriechenland bis Athen, 6.- 27. April 1941

Deutsche Besatzungspolitik gegenüber Griechenland (1941-1944)
die Spaltung der griechischen Gesellschaft wird verstärkt. Andreas Poltermann (4 Seiten)

Das Böse kommt von weit her. Gedenkrede an das Massaker von Kommeno am 16. August 1943
Rede von Moysis Elisaf, Bürgermeister von Ioannina, zur Gedenkfeier am 16.08.2020 (5 Seiten)

„Wenn ihr euch erinnert, können wir vergessen“. Hagen Fleischer (siehe: Bundeszentrale für politische Bildung) (4 Seiten)

2.2 Folgen der Besatzung für Griechenland und seine Bewohner

Das NS-Regime stürzte Griechenland während der Besatzungszeit in eine Hungerkatastrophe. In wenigen Ländern wüteten die Wehrmacht und die SS so brutal wie in Griechenland. Im Rahmen von sogenannten Vergeltungsaktionen gegen unschuldige Zivilisten kam es zu exzessiven Geiselerschießungen, zur Ermordung von Frauen, Kindern und Greisen. Bekannt sind über 1000 Opfergemeinden, die von der Wehrmacht und der SS ganz oder teilweise in Brand gesetzt wurden. Die griechischen Juden wurden deportiert und ermordet. Beraubung und Zerstörung der Infrastruktur waren so schwer, dass Griechenland sich danach kaum erholen konnte und die Auswirkungen bis heute zu benennen sind.

Plünderung – Ausbeutung – Beraubung (3 Seiten)
– Auszüge aus Mark Mazower, Griechenland unter Hitler. Das Leben unter der deutschen Besatzung 1941-1944, S. Fischer Verlag, Frankfurt /Main 2016; S. 47-51 (gekürzt) und S. 283
– Zitat aus Anna Maria Droumpouki, Raub und Rehabilitation: Die deutschen Entschädigungen für die griechischen Juden. In: Nikolas Pissis &Dimitris Karydas (Hg.), Die „Neue Ordnung“ in Griechenland 1941-1944, Edition Romiosinis/CeMoG, Freie Universität Berlin 2020, 97-123, S. 102
– Zitat aus Karl-Heinz Roth & Hartmut Rübner, Reparationsschuld. Hypotheken der deutschen Besatzungsherrschaft in Griechenland und Europa, Metropol Verlag, Berlin 2017, S. 43

Hunger in Athen, Winter 1941/42 (3 Seiten)
Zitate aus: Mark Mazower, Griechenland unter Hitler, a.a.O., S. 57-66 gekürzt

Ursachen der Hungersnot (2 Seiten)
Aus: Katerina Králová, Das Vermächtnis der Besatzung. Deutsch-griechische Beziehungen seit 1940, Böhlau Verlag, Köln 2016, S. 34-36

Bilanz der Zerstörung und der Menschenverluste in Griechenland im Zweiten Weltkrieg (2 Seiten)
– Zusammenstellung aus: Dimitrios K. Apostolopoulos, Die griechisch-deutschen Nachkriegsbeziehungen. Historische Hypothek und moralischer Kredit, Peter LangVerlag, Berlin 2004 , S. 21

– Zitate aus Karl-Heinz Roth & Hartmut Rübner, Reparationsschuld, a.a.O., S. 42/43
– Zitat aus Mark Mazower, Griechenland unter Hitler, a.a.O., S. 225 f.

Karte: Orte deutscher Kriegsverbrechen in Griechenland
jugend.erinnert. Die Karte entstand im Auftrag und durch Förderung des BMFSFJ

Bilder des Grauens und der Erschöpfung. Was Filmaufnahmen gleich nach Abzug der deutschen Truppen im Herbst 1944 zeigen (1 Seite)
Zitat aus Mark Mazower, Griechenland unter Hitler, a.a.O., S 17

2.3 Verweigerung und Desertieren von deutschen Soldaten

Es gab deutsche Soldaten, wenn auch nur wenige, die nach Wegen suchten, sich an den Massakern nicht zu beteiligen. Ein Beispiel ist Karl Schumacher in Lyngiades. Andere gingen weiter. Einige unterstützten heimlich den griechischen Widerstand z.B. durch Flugblätter an die deutschen Soldaten, durch Sabotage oder durch die Weitergabe von Informationen über bevorstehende Angriffe oder Massaker der deutschen Besatzer. Andere desertierten, indem sie zu den Partisanen der linken Gruppierung ELAS überliefen. Die Anzahl der Überläufer wird auf mehrere hundert geschätzt. Bei den insgesamt geringen Zahlen ist der massive Terrors der Wehrmachtsjustiz im Zweiten Weltkrieg gegen Deserteure mitzudenken. *

* Siehe Gregor Kritidis, Überläufer. Deutsche Deserteure in den Reihen der griechischen Befreiungsbewegung, in Chryssoula Kambas und Marilisa Mitsou (Hgg.), Die Okkupation Griechenlands im zweiten Weltkrieg, Böhlau Verlag 2015, S. 199-210

Widerstand von Griechen und Deutschen. Hilde Schramm (2 Seiten)

Karl der „Gute“. Aus: Christoph U. Schminck-Gustavus, Feuerrauch, Literaturangabe.siehe unter 1.1

Zwei Unterstützer der Partisanen: Wolfgang Abendroth und Werner Illmer (2 Seiten)
Zitate aus Gregor Kritidis, Überläufer, a.a.O., S. 199-204 (gekürzt)

Gedenktafel für Greta Golfinopoulou, einer Deutschen, die in Longos auf dem nördlichen Peloponnes lebte (1 Seite)
Text und Foto von Werner Sollbach

2.4 Die Deportation griechischer Juden

Über 60.000 Juden und Jüdinnen wurden aus Griechenland in die Vernichtungslager nach Polen deportiert. Die meisten stammten aus Thessaloniki, dem ehemaligen „Jerusalem des Balkans“. Die Hilfsbereitschaft der christlichen Bevölkerung unterschied sich von Ort zu Ort. So gab es in Athen beachtliche Rettungsaktionen, in Thessaloniki nicht. Innerhalb der griechischen Gesellschaft findet zunehmend eine kritische Auseinandersetzung mit diesem Teil ihrer eigenen Geschichte statt.

Ausplünderung, Deportation und Ermordung der griechischen Juden während der deutschen Okkupation Griechenlands 1941-1944. Andreas Poltermann (6 Seiten)

Offener Brief des Erzbischofs Damaskinos von Athen gegen die Deportation der griechischen Juden, 23. März 1943 (3 Seiten). Von dem Brief auf Griechisch liegt uns nur eine englische, keine deutsche Übersetzung vor.


Deutsche Wiedergutmachungsleistungen an jüdische Überlebende der Shoah aus Griechenland. Andreas Poltermann (4 Seiten)

 

2.5 Die Okkupation Griechenland im europäischen Vergleich

Auch in der Ukraine, in Belarus und in Russland wurden Massaker an der Zivilbevölkerung verübt und Dörfer abgebrannt. sogar weit mehr als in Griechenland. Diese und weitere Länder wurden ebenfalls vom deutschen Staat beraubt. Eine Zuwendung zu Griechenland, die solange unterblieb und nun ansteht, darf nicht den Terror in anderen okkupierten Ländern vergessen. Sie sollte aber fragen, worin unterscheidet sich die deutsche Besatzungspolitik in Griechenland von der Besatzungspolitik in anderen Ländern? Und was ist das Gemeinsame?

Die Okkupation Griechenlands im Vergleich mit den übrigen besetzen Gebieten Europas.
Aus Karl-Heinz Roth & Hartmut Rübner, Reparationsschuld, Metropol Verlag 2017, Seiten 44-51

 

Begleitmaterial Teil 1:  Zum Massaker in Lyngiades

(Teil 1 des Begleitmaterials (insgesamt 3 Teile) zur Bildungsarbeit mit dem Film DER BALKON)

1.1 Kriegsverbrechen an der Zivilbevölkerung –
am Beispiel des Dorfes Lyngiades

Am 3. Oktober 1943 überfielen ca. 100 deutschen Gebirgsjäger Lyngiades. Sie ermordeten 82 Frauen, Männer, Greise und Kinder, plünderten und setzten alle Häuser bis auf die Kirche und die Schule in Brand. Nur fünf Menschen überlebten am Ort; andere überlebten, weil sie zur Zeit des Massakers nicht im Dorf waren. Die Ermordung unbeteiligter Zivilisten war eine sogenannte Sühnemaßnahme für einen Regimentskommandeur der Gebirgsjäger, Josef Salminger. Er war wenige Tage zuvor durch eine Straßensperre der Partisanen zu Tode gekommen. Das Dorf Lyngiades haben die Nachkommen der Opfer nach und nach aus eigener Kraft wieder aufgebaut. Aufbauhilfe aus Deutschland haben sie zu keiner Zeit erhalten, eben sowenig wie die anderen zerstörten Dörfer. Kein deutscher Soldat wurde für die Verbrechen in Lyngiades bestraft.

Zur historisch-geographischen Einordnung des Films Karte. Andreas Poltermann (1 Seite)

Wen die Deutschen fanden, den haben sie getötet“ . Ulrich Jossner zum Filminhalt (2 Seiten)

Bilder des zerstörten Lyngiades. Fotos aus der Nachkriegszeit

Karl der „Gute“. Aus: Christoph U. Schminck-Gustavus, Feuerrauch. Die Vernichtung des griechischen Dorfes Lyngiades am 3. Oktober 1943, Dietz Verlag, Bonn 2013, S. 171-178

1.2 Strafverfolgung in der Nachkriegsjustiz – am Beispiel des verantwortlichen Generals für das Massaker in Lyngiades, Hubert Lanz

Befehlshaber der Aktion war der Divisionskommandeur Walter von Stettner, der den Krieg nicht überlebte. Die politische Verantwortung hatte General Hubert Lanz. Dieser befahl eine „schonungslose Vergeltungsaktion“ für den Tod von Josef Salminger durch Partisanen. Zwar gehörte er zu den Verurteilten im „Prozess gegen Generäle in Südosteuropa“ in Nürnberg, wurde aber bereits 1952 begnadigt. Ein späteres Ermittlungsverfahren vor einem deutschen Gericht in München wurde eingestellt.

Das Massaker von Lyngiades in der Nachkriegsjustiz. Hilde Schramm (2 Seiten)

Brief des ehemaligen Soldaten Felix Bourier an den Bürgermeister von Lyngiades 1947 (1 Seite).
Aus: Christoph U. Schminck-Gustavus, Feuerrauch, a.a.O, S. 321-323 (gekürzt)

2 Fotos von Felix Bourier – als Soldat und als Mönch

1.3 Zu den Reparationsforderungen aus Griechenland

Die 2019 erneuerte Forderung der griechischen Regierung über bisher verweigerte Reparationen zu verhandeln, wird von der deutschen Regierung strikt abgelehnt. Aber es gibt gute Gründe, diese Thematik mit mehr Verständnis und Entgegenkommen als in der Vergangenheit noch mal aufzugreifen.

Warum die Reparationsfrage nicht erledigt und nicht abgeschlossen ist. Hilde Schramm (3 Seiten)

 

Teil 2: Zur historisch-politischen Einordnung des Films

2.1 Deutsche Besatzungspolitik gegenüber Griechenland –
und ihre Auswirkungen auf die griechische Nachkriegsgesellschaft


Im Oktober 1940 hatte Italien Griechenland angegriffen, wird aber von der griechischen Armee besiegt. Am 6. April 1941 lässt Nazi-Deutschland die Wehrmacht in Griechenland einmarschieren. Beginn der mörderischen Besatzungszeit. Am 23.4.1941 kapitulieren die griechischen Streitkräfte. Das Land wird in drei Besatzungszonen zwischen Deutschland, Bulgarien und Italien aufgeteilt und von allen drei Besatzungsmächten ausgebeutet – am stärksten von Deutschland. Die Besatzungsmächte setzen griechische Regierungen ein, die mit ihnen kollaborieren. Linke und nationalistische Partisanengruppen leisten Widerstand. Im September 1943 schließt Italien einen Waffenstillstand mit den Alliierten. Die deutschen Besatzer gliedern die bisherige italienische Besatzungszone in ihren Machtbereich ein. Die italienischen Soldaten werden von ihnen entwaffnet. Im Oktober 1944 zieht sich die Wehrmacht aus Griechenland zurück. Ein Bürgerkrieg beginnt.

Prolog: Hakenkreuz auf der Akropolis. Aus Marc Mazower, Griechenland unter Hitler. Das Leben während der deutschen Besatzung 1941-1944, S. Fischer Verlag, Frankfurt 2016 (zuerst erschienen auf Englisch Yale University Press 1993) , S. 24-30
Schilderung des Einmarsches der deutschen Truppen von Nordgriechenland bis Athen, 6.- 27. April 1941

Deutsche Besatzungspolitik gegenüber Griechenland (1941-1944)
die Spaltung der griechischen Gesellschaft wird verstärkt. Andreas Poltermann (4 Seiten)

Das Böse kommt von weit her. Gedenkrede an das Massaker von Kommeno am 16. August 1943
Rede von Moysis Elisaf, Bürgermeister von Ioannina, zur Gedenkfeier am 16.08.2020 (5 Seiten)

„Wenn ihr euch erinnert, können wir vergessen“. Hagen Fleischer (siehe: Bundeszentrale für politische Bildung) (4 Seiten)

2.2 Folgen der Besatzung für Griechenland und seine Bewohner

Das NS-Regime stürzte Griechenland während der Besatzungszeit in eine Hungerkatastrophe. In wenigen Ländern wüteten die Wehrmacht und die SS so brutal wie in Griechenland. Im Rahmen von sogenannten Vergeltungsaktionen gegen unschuldige Zivilisten kam es zu exzessiven Geiselerschießungen, zur Ermordung von Frauen, Kindern und Greisen. Bekannt sind über 1000 Opfergemeinden, die von der Wehrmacht und der SS ganz oder teilweise in Brand gesetzt wurden. Die griechischen Juden wurden deportiert und ermordet. Beraubung und Zerstörung der Infrastruktur waren so schwer, dass Griechenland sich danach kaum erholen konnte und die Auswirkungen bis heute zu benennen sind.

Plünderung – Ausbeutung – Beraubung (3 Seiten)
– Auszüge aus Mark Mazower, Griechenland unter Hitler. Das Leben unter der deutschen Besatzung 1941-1944, S. Fischer Verlag, Frankfurt /Main 2016; S. 47-51 (gekürzt) und S. 283
– Zitat aus Anna Maria Droumpouki, Raub und Rehabilitation: Die deutschen Entschädigungen für die griechischen Juden. In: Nikolas Pissis &Dimitris Karydas (Hg.), Die „Neue Ordnung“ in Griechenland 1941-1944, Edition Romiosinis/CeMoG, Freie Universität Berlin 2020, 97-123, S. 102
– Zitat aus Karl-Heinz Roth & Hartmut Rübner, Reparationsschuld. Hypotheken der deutschen Besatzungsherrschaft in Griechenland und Europa, Metropol Verlag, Berlin 2017, S. 43

Hunger in Athen, Winter 1941/42 (3 Seiten)
Zitate aus: Mark Mazower, Griechenland unter Hitler, a.a.O., S. 57-66 gekürzt

Ursachen der Hungersnot (2 Seiten)
Aus: Katerina Králová, Das Vermächtnis der Besatzung. Deutsch-griechische Beziehungen seit 1940, Böhlau Verlag, Köln 2016, S. 34-36

Bilanz der Zerstörung und der Menschenverluste in Griechenland im Zweiten Weltkrieg (2 Seiten)
– Zusammenstellung aus: Dimitrios K. Apostolopoulos, Die griechisch-deutschen Nachkriegsbeziehungen. Historische Hypothek und moralischer Kredit, Peter LangVerlag, Berlin 2004 , S. 21

– Zitate aus Karl-Heinz Roth & Hartmut Rübner, Reparationsschuld, a.a.O., S. 42/43
– Zitat aus Mark Mazower, Griechenland unter Hitler, a.a.O., S. 225 f.

Karte: Orte deutscher Kriegsverbrechen in Griechenland
jugend.erinnert. Die Karte entstand im Auftrag und durch Förderung des BMFSFJ

Bilder des Grauens und der Erschöpfung. Was Filmaufnahmen gleich nach Abzug der deutschen Truppen im Herbst 1944 zeigen (1 Seite)
Zitat aus Mark Mazower, Griechenland unter Hitler, a.a.O., S 17

2.3 Verweigerung und Desertieren von deutschen Soldaten

Es gab deutsche Soldaten, wenn auch nur wenige, die nach Wegen suchten, sich an den Massakern nicht zu beteiligen. Ein Beispiel ist Karl Schumacher in Lyngiades. Andere gingen weiter. Einige unterstützten heimlich den griechischen Widerstand z.B. durch Flugblätter an die deutschen Soldaten, durch Sabotage oder durch die Weitergabe von Informationen über bevorstehende Angriffe oder Massaker der deutschen Besatzer. Andere desertierten, indem sie zu den Partisanen der linken Gruppierung ELAS überliefen. Die Anzahl der Überläufer wird auf mehrere hundert geschätzt. Bei den insgesamt geringen Zahlen ist der massive Terrors der Wehrmachtsjustiz im Zweiten Weltkrieg gegen Deserteure mitzudenken. *

* Siehe Gregor Kritidis, Überläufer. Deutsche Deserteure in den Reihen der griechischen Befreiungsbewegung, in Chryssoula Kambas und Marilisa Mitsou (Hgg.), Die Okkupation Griechenlands im zweiten Weltkrieg, Böhlau Verlag 2015, S. 199-210

Widerstand von Griechen und Deutschen. Hilde Schramm (2 Seiten)

Karl der „Gute“. Aus: Christoph U. Schminck-Gustavus, Feuerrauch, Literaturangabe.siehe unter 1.1

Zwei Unterstützer der Partisanen: Wolfgang Abendroth und Werner Illmer (2 Seiten)
Zitate aus Gregor Kritidis, Überläufer, a.a.O., S. 199-204 (gekürzt)

Gedenktafel für Greta Golfinopoulou, einer Deutschen, die in Longos auf dem nördlichen Peloponnes lebte (1 Seite)
Text und Foto von Werner Sollbach

2.4 Die Deportation griechischer Juden

Über 60.000 Juden und Jüdinnen wurden aus Griechenland in die Vernichtungslager nach Polen deportiert. Die meisten stammten aus Thessaloniki, dem ehemaligen „Jerusalem des Balkans“. Die Hilfsbereitschaft der christlichen Bevölkerung unterschied sich von Ort zu Ort. So gab es in Athen beachtliche Rettungsaktionen, in Thessaloniki nicht. Innerhalb der griechischen Gesellschaft findet zunehmend eine kritische Auseinandersetzung mit diesem Teil ihrer eigenen Geschichte statt.

Ausplünderung, Deportation und Ermordung der griechischen Juden während der deutschen Okkupation Griechenlands 1941-1944. Andreas Poltermann (6 Seiten)

Offener Brief des Erzbischofs Damaskinos von Athen gegen die Deportation der griechischen Juden, 23. März 1943 (3 Seiten). Von dem Brief auf Griechisch liegt uns nur eine englische, keine deutsche Übersetzung vor.


Deutsche Wiedergutmachungsleistungen an jüdische Überlebende der Shoah aus Griechenland. Andreas Poltermann (4 Seiten)

 

2.5 Die Okkupation Griechenland im europäischen Vergleich

Auch in der Ukraine, in Belarus und in Russland wurden Massaker an der Zivilbevölkerung verübt und Dörfer abgebrannt. sogar weit mehr als in Griechenland. Diese und weitere Länder wurden ebenfalls vom deutschen Staat beraubt. Eine Zuwendung zu Griechenland, die solange unterblieb und nun ansteht, darf nicht den Terror in anderen okkupierten Ländern vergessen. Sie sollte aber fragen, worin unterscheidet sich die deutsche Besatzungspolitik in Griechenland von der Besatzungspolitik in anderen Ländern? Und was ist das Gemeinsame?

Die Okkupation Griechenlands im Vergleich mit den übrigen besetzen Gebieten Europas.
Aus Karl-Heinz Roth & Hartmut Rübner, Reparationsschuld, Metropol Verlag 2017, Seiten 44-51

 

Example: Evaluation of the educational work with DER BALKON at the Herrmann-Gmeiner-Realschule:

(Realschule: secondary modern school):

Here the complete text:

AG: Educational work with the film THE BALCONY
Lars Limbach, Hermann-Gmeiner-Realschule plus in Daaden (Rheinland Pfalz/Rhineland-Palatinate)

The Balcony – Wehrmacht Crimes in Greece

Guideline for oral or written feedback on the work with the film by teachers and other educators
Date: 17.1.2021 Location: Daaden Institution: Realschule plus (integrative)

1. In which context did you show the film?

The film was shown in the classes 10A and 10B and made available to parts of the Peace Education History Working Group (grades 9 and 10 combined). In class 10A, the film was discussed as part of the history lesson. Since the class was dealing with the course of World War II, I was able to embed the film well. In class 10B, the film was dealt with as part of the ethics lesson. Lesson: War and Peace (Respect for Life).

2. What response to the film did you perceive among the young people?

The response in a.ll groups was a high degree of consternation and compassion. But pubils were also furiously angry about what the German perpetrators had done to the people in Lyngiades and the fact that no one was prosecuted for it. The partly very emotional reactions were caused by:

  • the original tape recordings,
  • the reports of the survivors,
  • gestures and facial expressions of the contemporary witnesses,
  • the reaction of the „next“ generation (children of the contemporary witnesses/victims),
  • the very vividly described gruel fates of the victims.

(Many students had tears in their eyes after the screening and were speechless at first).

Two of my students felt strongly reminded of their own destiny, as they had to witness similar scenes in Syria during an attack on their own city.

  • However, many students were also surprised at the little known information about what happened in Greece between 1941-1943. „I’ve never heard of it, and much less I never saw a documentary about the German occupation in World War II.“ „It’s missing in the history book. It should be included.“; „Why don’t people make this part of our history more public?“ „We have been to Greece many times, but I haven’t noticed any traces of World War II there.“ „What at all were we even doing in Greece at that time anyway?“

Such were the first expressions.

The first impressions were also written down by the students (see attachment). Afterwards, these (very moving impressions) were partly read out in the plenary.

3. What difficulties did you encounter?

– In understanding the film plot?

  • Quick „film cuts“ when changing sound recordings/witnesses and survivors (but this is certainly due to the short version).
  • Who is speaking at the moment? (Which tape /direct quote belongs to whom, here students had a good idea for better understanding. (this idea was also included in future lessons).
  • It was important for the students to have a (prior) historical orientation.
  • It was in short clear to the students what the film was about. The quick changes between the individual scenes and the sound material required a high level of attention. Therefore, we watched the film several times and divided it up into different parts.

– In the historical classification of the events communicated?

  • Important: The teacher must first deal with the background (Balkan military campaign, division and occupation of Greece by the Germans and the Greek resistance). This chapter is not included in any history book of our school types. Therefore, a small teaching guide was created as a future support.
  • First deal with the course of the II World War.
  • The additional material offers (partly) good starting points (historical classification, division into three parts, hunger winter, etc…).
  • Parts of the material for the lesson had to be adapted for the students and the age group and/or supplemented accordingly.

    – In the emotional processing of the war crimes described?

  • Important: Introductory words of the teacher (original recordings of eyewitnesses/survivors, partly drastic/vivid descriptions, etc.), so that the students are prepared.
  • Otherwise, see also 2. and 3.

4. How were you able to prepare and/or follow up the film screening?
Preparation went well. Noting the points mentioned below.

  • If there are refugee children in the learning group, it is essential to discuss the topic with the participants beforehand, as the film is very emotional (individual discussion, not in front of the class).
  • Do the students have prior knowledge? (For example, we have a Greek student in grade 10 and the study group whose grandparents told her about the war).
  • Teacher preparation: familiarization with the historical background (see above), watching the film several times beforehand, highlighting striking scenes.
  • Introduce the students to the historical context (see historical classification of the communicated events).
  • Clarify technical terms: Partisans, ELA, etc.

Follow-up

  • Important: To catch the students emotionally again. To give them enough time and space for their thoughts and feelings after the film (planning 2 double lessons or a morning of project work…).
  • During the joint follow-up, the students expressed the wish to focus more on this part of German-Greek history. First ideas for a project emerged.
  • The students sorted the different facets of the film: from the massacre to today’s remembrance.
  • Each student was given the opportunity to deal with the events in writing.

5. Which of the enclosed documents were helpful for you?

In general, the documents are helpful. I have adapted them to the requirements of our students. The book „Feuerrauch (Fire Smoke)“ was also helpfull.

6. On which aspects of the topic would you have liked more information?

XXX (none)

7. What did working with the film bring to you yourself?

  • Thoughtfulness, since I myself had never had this part of German-Greek history in mind.
  • A very moving insight into the fate of the population of Lyngiades (which is only one example of the many crimes committed by the Wehrmacht in Greece).
  • Shame about what our ancestors did there.
  • Lack of understanding about the „remembrance and memory gap“ of German politics and the population, despite the knowledge about the committed crimes of the Wehrmacht in Greece. Only belatedly Greece is approached with remembrance projects by the Germans.
  • Motivation to revive this remembrance and memory work in the classroom and in projects.
  • Certainty of how important it is to come to terms with this part of history.

8. Would you generally recommend educational work in Germany with the film?

Please mark with a cross: YES X No O

If applicable
– for which target groups (age, previous knowledge, socio-cultural composition)?

I will use this important film again at any time in grades 9 and 10 of our Realschule plus. If you tailor the material to the group, this is not a problem.

– under what conditions?

In class and in project work with young people.

9. Other comments:

Thank you for letting us participate in this project!
You are doing incredibly important work!

Place/ Date: Daaden 17.1. 2021
Name: Lars Limbach, teacher at Hermann-Gmeiner-Realschule plus Daaden.



2020 RfG Campaign: Annual Review

2020 Annual Review of the RfG Campaign on War Guilt and Obligations

Hilde Schramm

Annual balance 2020 of the RfG campaign „German war guilt and obligations towards Greece“.
Reports about

I Public relations and educational work in Germany with the film The Balcony-Memories of Occupation
II Support of four projects in Greece, in Lyngiades, Kamares, Pente Ekklisies and Kommeno
III Grant to three projects in Greece
IV Funding.

I. Work with „The Balcony – Memories of Occupation“
The Extermination of the Village of Lyngiades on 3.10.1943. A film by Chrysanthos Konstantinidis, Greece 2018, 101 min.

I.1 Public relations

Screenings of the film in: Berlin (3x), Dresden, Halle (Saale), Cologne-Deutz, Mainz, Saarbrücken, Heidelberg, Kaiserslautern, Bielefeld, Cuxhaven, Oldenburg. With different cooperation partners on site. A representative of RfG was always involved in the subsequent discussion, usually together with Christoph Schminck-Gustavus, on whose research the film is largely based. Further screenings were planned, but could not take place because of Corona.

Financing: The costs of the events were covered predominantly by the local cooperation partners.

Visitor donations: Participanrs at events featuring the film The Balcony were asked to contribute to the establishment of a museum in Lyngiades by making a donation. Visitor donations amounted to (rounded) 3,000 Euros.

I.2 Educational work

In order to facilitate educational work with The Balcony in schools, in youth institutions and adult education, the director shortened the film from 101 minutes to 43 minutes. A subgroup of Respect for Greece produced back-up material as an offer to teachers and learners.

The evaluation of the film and back-up material (in a preliminary version) began in the fall of 2020 and will continue until the end of 2021. Next February, we plan to present a report, which, however, will only be based on feedback from about 15 school classes due to the restrictions of schools and the additional workload for teachers during Corona. One Federal State of Germany, Rheinland Pfalz, has already acquired the licenses for the distribution the film and the additional material through media centers and the local Agency for Civic Education. Corresponding agreements with other Federal States of Germany are being prepared

Expenses for 1.1 and 1.2: Since all work was done on a voluntary basis, expenses were low. The costs incurred for public relations and travel subsidies are included under Rncidental costs (see IV).

II Support for projects in rural areas, primarily in „victim communities“

Lyngiades: RfG’s commitment to financially support the establishment of a cultural center/museum in Lyngiades dates back to October 2019. It could be realized only slowly due to various reasons – despite of good cooperation with the Cultural Association of Lyngiadas and the support from the mayor of the Municipality of Ioannina, in which the village of Lyngiades is incorporated. In the meantime, an agreement on the procedure has been reached. As a first step of support, RfG has purchased the technical equipment for the screening of films in Ioannina. The necessary objects had been selected by an expert, the director of the film The Balcony. In the meantime, the technical equipment has been gladly accepted by all persons and agencies involved as a donation in kind „for use in the Cultural Center / Museum in Lygiades only“

On October 3, 1943, German troops had committed a massacre of eighty-three villagers, mostly children, women and old men, and had destroyed almost all houses of Lyngiades.

Kamares: In 2020, the equipment of the Communal Medical Center in Kamares (Northern Peleponnese) could be significantly improved. It provides medical care to 12 villages from the water to the mountains. Several new or used medical devices, including a sonography machine, as well as various medical aids now facilitate patient care. The energy and sanitary renovation of the practice rooms has been completed. „For the first time in many years, we are no longer freezing in the doctor’s office “ (from an email from the senior physician dated Dec. 24, 2020). The local association in formation „Friends of Kamares Municipal Medical Center“ is submitted for official registration. In 2021, a photovoltaic system will be installed on the roof of a local school. The sale of the energy produced will benefit the patients of the Center in social and medical terms for years to come. It is already apparent that RfG’s support will have a lasting effect beyond the medical equipment. In the meantime, teachers and the head of the school are interested in a cooperation project with RfG on green energy production and climate protection.

The whole region between Kalavrita and Patras suffered from war crimes committed by the German occupation.

Pente Ekklisies: The small village in Epirus is located west of Ioannina with scenic and historical attractions. Although the number of permanent residents there has continued to decline in recent years, we encountered energetic and open minded villagers. At their request, RfG 2020 gave a grant to the local Cultural Association to transform the vacant school into a multi-purpose building for hiking tourists but also for meetings and workshops.

On August 23, 1944, German soldiers had shot or burned fifteen villagers.

Kommeno: From loose contacts since 2016, a project idea emerged in 2020, which was well accepted by the local Cultural Association, the offical representative of village and other citizens. The project idea consists in a decentralized design of commemoration with steles and other markers, connected by an „audio walk“. Further information is given by an open air exhibition, right next to a renovated, but empty, small reception building, which was originally intended as a museum. The first planning steps on site were firmly agreed upon, but had to be postponed because of Corona.

On August 16, 1943, troops of the German Wehrmacht had destroyed the entire village and murdered three hundred and seventeen civilians.

III Further support

Grant to a book project on victim communities in Epirus. Case studies of selected places will illustrate the range of destruction and war crimes during the German occupation, as well as developments thereafter. The book in Greek will be published in 2021 by the publishing house Isnafi of Panos Vadaloukas in Ioannina. A partial translation into German is planned.

Grant for the film production of „The Students of Umberto Primo“. The feature film starts with the daily school life in 1943 of nine Jewish students of the Italian school in Thessaloniki and tells about their fates after the German occupation. Some of the young people managed to escape, others were murdered in Auschwitz. The film is based on research into the biographies as well as documents recently found in Thessaloniki.

Grant to translate Aris Radiopoulos‘ book on Greece’s reparations claims against Germany, published in Athens 2019. In addition to a factual report, the book contains numerous previously unpublished documents from the archives of the Greek Foreign Ministry.


IV Funding

Funding for the projects listed under I, II and III was made possible exclusively by private individuals. We thank the donors.

  • Transferred funding to the projects in 2020 (rounded) 24.000 Euro

  • RfG- Incidental costs for I, II and III for printing, film copies, translations, travel grants, office supplies, etc. (rounded): 1,500 Euro

  • RfG- Account balance 12/31/2020: (rounded) 29,500 Euro

  • Earmarked reserves for the continuation of the sponsored projects in 2021 (rounded) 25,000 Euro

  • Additional donations required in 2021 (rounded) 20,000 Euros

The above projects are based on the voluntary work of numerous activists of Respect for Greece.

RfG: Inform here – support on site

Who we are:

In March of 2015, citizens of Berlin came together to found the non-profit organisation “Respekt für Griechenland”.

The organisation was founded as a critical response to the politics of the European Union under the opinion leadership of the German government towards Greece. We started with informative events about the grave consequences of European lenders’ terms for the Greek population. Later, we were concerned also with other topics. Simultaneously, we developed contacts with Greek partners, and today, our practical activities have priority. We have around 40 active members, of whom most have experience in politics or social movements.

What we do:

  • We organise events to inform about the political development in Europe and especially Greece

  • We send out volunteers to support refugees in Lesvos, Athens and Thessaloniki

  • We help to build up multiple ecological and climate protection projects together with partners in Greece

  • We run the campaign “Germany’s war guilt and obligations towards Greece”

  • We support self-empowerment projects such as “Pervolarides” in Thessaloniki or “SoliOli”.

Registration:

Since 2016 „Respekt für Griechenland“ is officially recognized as a non-profit association .

Tax number: VR 350 40 B
Registration number: 27/ 676/ 5205

Board Members:

Herbert Nebel, phone: +49 175 / 296 88 73 /
herbert.nebel@respekt-fuer-griechenland.de

Reiner Schiller-Dickhut, Mobil: 0176 / 21 00 57 47 /
reiner.schiller-dickhut@respekt-fuer-griechenland.de

Hilde Schramm, Tel: 030/ 833 44 72 /
hilde.schramm@respekt-fuer-griechenland.de

Postal address: Respekt für Griechenland e.V.,
Beerenstraße 39, D-14163 Berlin

Donations accounts:

GLS Bank
Account holder: Respekt für Griechenland e.V.
General donation account: IBAN DE42 4306 0967 1175 7746 01
Refugee support donations: IBAN DE15 4306 0967 1175 7746 02
Environment protection donations: IBAN DE85 4306 0967 1175 7746 03
War guilt donations: IBAN DE58 4306 0967 1175 7746 04
BIC: GENODEM1GLS

Meetings:
We usually meet on the first of every month at 5 p.m., in the facilities of the foundation “Umverteilen” (Redistribution), Merseburgerstraße 3, 10823 Berlin
Due to Corona the meeting place has been changing. So please address to one of the board member for the actual meeting location.
Our meetings are open to everyone

Upcoming meetings in 2021:
02.11.2021; 07.12.2021

Berlin, October 2021

People reading the newspapers headlines at a kiosk in Athens after the austerity vote, Greece on the 16th of July 2015. Photo: Socrates Baltagiannis/dpa Picture-Alliance GmbH

Begleitmaterial Teil 3: Zum Stand und Fortgang der Bildungsarbeit

(Teil 3 des Begleitmaterials (insgesamt 3 Teile) zur Bildungsarbeit mit dem Film DER BALKON)

Vorbemerkung zur erweiterten Erprobung

Ein Probelauf mit dem Film fand im Herbst 2020 in einigen Schulen in Rheinland-Pfalz statt (siehe 3.5, 3.6, 3.7). Vereinzelte Rückmeldungen aus anderen Bundesländern liegen ebenfalls vor. Auf dieser Grundlage soll im Schuljahr 2021/2022 eine erweiterte Erprobung in möglichst vielen Bundesländern folgen. Darin sehen wir einen Beitrag zur Auseinandersetzung mit der deutschen Kriegsschuld gegenüber Griechenland im Bildungsbereich und in unserer Gesellschaft. Wir erhoffen uns konkrete Erkenntnisse darüber, unter welchen Bedingungen und bei welchen Vermittlungsformen der Film in der schulische und außerschulische Bildungsarbeit welche Resonanz findet. Für diese Aufgabe suchen wir auf Lehrende, die den Film in ihren Lerngruppen zeigen und uns eine Rückmeldung geben.

Uns ist daran gelegen, dass der Film in unterschiedlichen Kontexten gezeigt wird, z.B. in einer Doppelstunde, als Teil einer Unterrichtssequenz, bei Projekttagen, in Jugendclubs, in Volkshochschulen, bei Begegnungen von deutschen und griechischen Jugendlichen. Entsprechend vielfältige didaktische und methodische Anregungen werden wir an Pädagoginnen und Pädagogen weitergeben können, die das bisher vernachlässigte Thema in den kommenden Jahren aufgreifen wollen.

Parallel zur laufenden Erprobung nehmen wir Kontakt zu Medienzentren/ Landesbildstellen, Landeszentralen für politische Bildung, Bildungsministerien, Einrichtungen der Lehrerfortbildung und andere Institutionen auf. Wir wollen sie veranlassen, den Film und das Begleitmaterial in ihre Programme und ihre Verteiler aufzunehmen und die hierfür notwendige Lizenz zu erwerben.

Respekt für Griechenland bietet für die praktische Arbeit mit dem Film in der schulischen und außerschulischen Bildungsarbeit folgende Materialien an:

3.1 Informationen für Pädagogen und Multiplikatoren

Außer in Rheinland-Pfalz gab es zeitlich leicht verschoben auch in anderen Bundesländern Interesse an dem Vorhaben. Aber Corona bedingt konnte dort eine pädagogische Arbeit mit dem Film nur in wenigen Ausnahmefällen stattfinden. Nun haben wir einen Neustart für das Schuljahr 2021/ 2022 vorbereitet und hoffen auf zahlreiche Pädagoginnen und Pädagogen, die sich an der Erprobung beteiligen.

Informationen für Pädagogen und Multiplikatoren (1,5 Seiten)
Das Informationsblatt enthält unter anderem den Vimeo-Zugang zum Film.


3.2 Erprobung in weiteren Bundesländern

Nach den guten Ergebnissen des Probelaufs in Rheinland-Pfalz wollen wir in anderen Bundesländern zusätzliche Erfahrungen mit dem Einsatz des Films sammeln – in verschiedenen kulturellen und sozialen Milieus, in heterogen zusammengesetzten Lerngruppen, in unterschiedlich geprägten Regionen. Zu den Ausgangsbedingungen gehören die Vorkenntnisse zu Griechenland, die von den Lehrenden mitgebracht werden. Und gerade unter diesem wichtigen Aspekt dürften die beteiligten Lehrkräfte in Rheinland Pfalz eine Ausnahme gewesen sein. Dank einiger weniger Personen an den richtigen Stellen im öffentlichen Bildungssektor findet in Rheinland-Pfalz schon seit mehreren Jahren eine Auseinandersetzung mit der deutschen Okkupation Griechenlands im Zweiten Weltkrieg und der deutschen Kriegsschuld statt. Das Thema wurde und wird hier Lehrkräften über Begegnungsreisen und Veranstaltungen nahegebracht und in die Schulen hineingetragen. Ein solche Unterstützung bei der Aneignung von Kenntnissen und Problembewusstsein zur griechischen Geschichte und Gegenwart kann wohl in den anderen Bundesländern nicht vorausgesetzt werden.

3.3 Rückmeldungen aus Schulen sowie aus der Jugend- und Erwachsenenbildung

Die Sinnhaftigkeit der erweiterten Erprobungsphase steht und fällt damit, ob die Pädagogen, die mit dem Film gearbeitet haben, sich die Zeit nehmen, uns ihre Erfahrungen mitzuteilen. Deren Auswertung wird den Hauptteil des Abschlussberichts ausmachen, den wir im Herbst 2022 vorlegen wollen. Der beigefügte Leitfaden mag dabei helfen, die Rückmeldungen zu strukturieren. Gerne kann der Leitfaden durch andere Formen der Rückmeldungen ergänzt oder auch ersetzt werden.

Rückmeldebögen für Lehrkräfte und andere Pädagogen
Die beiden Rückmeldebögen sind in einer docx-Datei für Antworten in beliebiger Länge.

3.4 Rückmeldungen von Jugendlichen

Als Anregung für Rückmeldungen von Jugendlichen haben wir einige Fragen zusammengestellt (ebenfalls in einer docx-Datei). Die ausgewählten Fragen haben sich – auf einer bisher schmaler Erfahrungsbasis – als ergiebig erweisen (siehe unter 3.5, Einsatz der Fragebögen). Auch hier sind zusätzliche oder andere Formen der Rückmeldung willkommen.

Fragen an Jugendliche (Anredeversion mit „Du“)
Fragen an Jugendliche (Anredeversion mit „Sie“)

3.5 Bericht über einen Probelauf in Rheinland-Pfalz

An dem Probelauf mit der Kurzfassung des Films nahmen in Rheinland-Pfalz im Herbst 2020, kurz vor dem Corona Lock-Down, sieben Lehrkräfte an verschiedenen Orten und in verschiedenen Schulformen mit insgesamt elf Lerngruppen teil. Die Rückmeldungen zur Verwendbarkeit des Films und des Begleitmaterials waren ganz überwiegend positiv. Die vorgebrachten Wünsche nach Ergänzungen oder Veränderungen einzelner Begleitmaterialien haben wir inzwischen eingearbeitet. Die Erfahrungen aus Rheinland-Pfalz liegen in einem Bericht von Respekt für Griechenland vor. Er enthält erste Anregungen für Lehrkräfte und andere Pädagogen, die den Film in ihren Lerngruppen zeigen wollen.

Erfahrungsbericht über einen Probelauf in Rheinland-Pfalz (7 Seiten)


3.6 Fallbeispiel aus Rheinland-Pfalz.

Ein besonders anregendes Fallbeispiel ist die Arbeit mit dem Film von Lars Limbach aus der Hermann-Gmeiner-Realschule plus in Daaden (Westerwald).

Beispiel zur Arbeit mit dem Film aus Rheinland-Pfalz 
Dieses Beispiel in englischer Fassung

3.7 Navigationshilfe zum Film und Transkription der deutschen Untertitel

Mehrere Schülerinnen und Schüler hatten Probleme bei der Zuordnung von Aussagen zu Personen. Sie konnten deren Beziehungen zu anderen Personen im Film und auf den Tonbändern an manchen Stellen nicht erfassen. Rasche Filmschnitte, ein schneller Wechsel zwischen Tonaufnahmen mit Zeitzeugen und Mitteilungen von Hinterbliebenen erschwerte es ihnen zu durchschauen, wer die Person ist, die gerade spricht.

Es empfiehlt sich, diese Besonderheit des Films vorab in der Lerngruppe zu thematisieren. Wobei es im Sinne des Regisseurs wäre zu erläutern, dass die vielen Stimmen im Film gleichsam einen Chor der Trauernden ergeben. Entscheidend ist die Gesamtschau der Dorfbewohner auf das Ereignis und nicht wer, was, wann zur Erinnerung an das Massaker und seine Folgen bis heute beiträgt. Dennoch ist der Wunsch von Jugendlicher, das Personengeflecht zu durchdringen, nachvollziehbar.

Ein detailgenaues Verständnis wird inzwischen wesentlich erleichtert durch die Untergliederung des Films mit Zeitangaben, die „Navigationshilfe“, sowie durch die vollständige „Transkription“ der deutschen Untertitel. Beide Übersichten, die durch Links miteinander verbunden sind, wurden mit Unterstützung der Lehrer, Lars Limbach und Simon Imhäuser, von ausgewählten Schülerinnen und Schülern der von ihnen geleiteten AG-Friedenserziehung-Geschichte, sowie den Klassen 10A und 10B (Hermann-Gmeiner-Realschule plus) aus Daaden entwickelt. Die Übersichten erlauben es, Ausschnitte des Films wiederholt gezielt anzuschauen, Zusammenhänge zu besprechen und dabei Verständnisschwierigkeiten zu klären. Sie ermöglichen es zudem, gegebenenfalls nur Teile des Films im Rahmen einer Unterrichtssequenz zu zeigen. Ebenfalls erleichtern es die Übersichten den Schülerinnen und Schülern auch von zuhause aus die Bearbeitung des Themas zu vertiefen (hierzu einige Stichworte: Referate, Hausarbeiten, Lockdown, Wechselunterricht, etc.)

Link zur Seite der Hermann-Gmeiner Realschule, auf der die Navigationshilfe zum Film „Der Balkon“ erläutert wird

Direkter Link zur Navigationshilfe und zur Transkription (Download)

3.8 Sie kamen nicht als Touristen, Film von Ulli Jossner (7 Min.)

Der kurze Film möchte speziell jungen Menschen Einblicke in den deutschen Besatzungsterror im Zweiten Weltkrieg in Griechenland geben. Er bringt Ausschnitte zum Massaker in Lyngiades und erweitert den Radius durch Archivbilder zur Zerstörung der Infrastruktur, zur Hungersnot in Athen sowie zu anderen Verbrechen an der Zivilbevölkerung. Das Besondere in der Darstellung ist, dass Ulli Jossner drei Schülerinnen aus Rheinland-Pfalz nach ihren Reaktionen auf den Film Der Balkon befragt hat. Ihre Stellungnahmen durchziehen den Film und stellen eine Bezug zur Gegenwart her.

https://youtu.be/RUvuUvMIdjg

3.9 Gedenkarbeit in Verantwortung und Respekt

Am Beispiel Griechenland unter Nationalsozialistischer Herrschaft
Didaktischer Leitfaden zur Verwendung im Unterricht

Der Leitfaden regt zur Gedenkarbeit als Querschnittsthema in verschiedenen Fächern an. Er stellt grundlegende Fragen und gibt Orientierungen für jede Gedenkarbeit besonders in Bezug auf auf den Nationalsozialismus. Ein zweiter Teil konkretisiert die Gedenkarbeit am Beispiel Griechenlands. Einbezogen sind das deutsch-griechische Verhältnis in der Nachkriegszeit bis heute sowie die Auseinandersetzung mit Kriegsschuld und Verantwortung. Ausgewähltes Material und weiterführende Literatur sind angefügt und größtenteils über Links erreichbar.

Der Leitfaden wurde – ausgehend von der Beschäftigung mit dem Dokumentarfilm „Der Balkon“ – von Frau Dr. Doris Lax (BBS 1 Technik Kaiserslautern) und der Referentin in Rheinland-Pfalz für internationale Zusmmenarbeit / Beauftragte für EU-Programme im Schulbereich, Frau Bettina Münch-Rosenthal, entwickelt.

Der didaktische Leitfaden ist erhältlich über die Mailanschrift: Frau Bettina Münch-Rosenthal (ADD) .

3.10 Memories of Occupation in Greece / Erinnerungen an die Okkupation in Griechenland

Abschließend ein Hinweis auf ein gemeinsames Projekt der Freien Universität Berlin und der Nationalen und Kapodistrias Universität Athen. Es besteht aus einem Online-Zeitzeugenarchiv sowie aus Unterrichtsvorschlägen und Informationsmaterialien für Schulen in Deutschland und in Griechenland. Einloggen erforderlich.

www.occupation-memories.org

Brand auf Nordeuböa! Ein Notruf

Wegen der großen Schäden durch Waldbrände in Griechenland rufen wir zu Spenden auf . Einen Eindruck von den Schäden vermittelt ein kurzer Film von der Homepage des englischen „Guardian“ (==> zum Film).
Mit am stärksten betroffen war der Norden Euböas. Da einige von uns in die Region und speziell die Stadt Limni (hier ein Bild vom Feuer dort am 7. August) seit Jahren gute Kontakte haben, sollen die Spenden in diese Region fließen.

Wir wollen dabei unmittelbare Hilfe für die Bevölkerung mit nachhaltigem Engagement verbinden.
Wir bitten darum, diese Spendenbitte weiter zu verteilen.

Modell-Landarztpraxis in Kamares

Gekürzte Fassung eines Interviews mit Annabelle Vassilaki, der leitenden Ärztin der Kommunalen Landarztpraxis in Kamares auf dem nördlichen Peleponnes.. Respekt für Griechenland e.V. hat die Ausstattung der Praxis mit medizinischen Geräten und Hilfsmitteln sowie die energetische und sanitäre Sanierung der Praxisräume unterstützt. Eine Photovoltaikanlage soll folgen.
Der vollständige griechische Text
(mit deutscher Übersetzung von Werner Sollbach) „Modell-Landarztpraxis in Kamares“ weiterlesen

BVG: Regierung Merkel wollte Griechenland aus dem Euro werfen und übertrat damit Kompetenzen

Auf dem Höhepunkt der Euro-Krise wollte die deutsche Regierung Griechenland aus dem Euro werfen. Damit ist sie 2015 zu weit gegangen.

Juli 2015: Höhepunkt der Euro-Krise, Schäuble will Griechenland aus dem Euro werfen. Ende Mai 2021: Das Bundesverfassungsgericht (BVG) sieht im Vorgehen der von Union und SPD gebildeten Regierung eine Verletzung der Rechte des deutschen Parlaments. „BVG: Regierung Merkel wollte Griechenland aus dem Euro werfen und übertrat damit Kompetenzen“ weiterlesen