Neue Veranstaltungsreihe zur deutschen Kriegsschuld im Herbst 2019

„Deutsche Kriegsschuld und Verpflichtungen gegenüber Griechenland“ so lautet der vollständige Titel  der Kampagne und einer Veranstaltungsreihe, die jetzt im Herbst 2019 beginnt:

Die ersten Veranstaltungen, Ende September 2019, stehen bereits (siehe unter Veranstaltungen/Termine). Sie werden von den Landesstiftungen in Hamburg und in Hessen der Heinrich-Böll-Stiftung ausgerichtet. Respekt für Griechenland hat den Anstoß gegeben und ist an der Durchführung beteiligt.

An weiteren Orten sind Veranstaltungen mit unterschiedlichen Kooperationspartnern in Planung. In manchen wird ein Film, so „Der Balkon-Wehrmachtsverbrechen in Griechenland“ im Mittelpunkt stehen. In anderen wird die verbale Auseinandersetzung dominieren.

Mit dieser Veranstaltungsreihe möchten wir darauf hinwirken, dass immer mehr Menschen in Deutschland wissen, wie sehr Frauen, Kinder und Männer in Griechenland unter der deutschen Okkupation während des 2. Weltkriegs gelitten haben und in welchem Ausmaß das Land zerstört wurde. Diese Verbrechen haben bislang in Deutschland wenig Beachtung gefunden, und die Bereitschaft zu Kompensationsleistungen war minimal.

Wir möchten dazu beitragen, dass Menschen die Frage an sich herankommen lassen, mit welchen materiellen und ideellen Mitteln die deutsche Politik und Zivilgesellschaft heute, wenn auch sehr spät, in Kenntnis der früheren Unterlassungen, wirksam und nachhaltig Abhilfe schaffen kann.

Vorschläge für Veranstaltungen nehmen wir gerne entgegen. Sie können diese hier eintragen.

Bisherige Veranstaltungen:

18.11.2019 Bremen, Film und Diskussion: Der Balkon – deutsche Kriegsverbrechen in Griechenland
25.09.2019 Frankfurt/Main, Film und Diskussion: Der Balkon- Wehrmachtsverbrechen in Griechenland
24.09.2019, Marburg: Film und Diskussion: Eingebrannt – Frauen auf Kreta 1941-1945
23.09.2019 Hamburg, Film und Diskussion: Der Balkon – Wehrmachtsverbrechen in Griechenland
28.08.2019 Berlin: Podiumsdiskussion: Deutsch-griechische Vergangenheit und ihre Aufarbeitung
14.06.2019 Berlin: Vortrag/Diskussion zur deutschen Kriegsschuld

18.11.2019 Bremen, Film und Diskussion: Der Balkon – deutsche Kriegsverbrechen in Griechenland

im Rahmen der Veranstaltungsreihe zu „Deutsche Kriegsschuld und Verpflichtungen gegenüber Griechenland“

am Montag, den 18.11.2019 / 20 Uhr, City 46
Birkenstraße 1, Bremen

Die Kriegsverbrechen der Wehrmacht in Griechenland stehen derzeit im Fokus einer komplexen Debatte um „Wiedergutmachung“. Neben Forderungen nach späten Reparationszahlungen auf staatlicher Ebene gibt es die zivilgesellschaftliche Initiative „Respekt für Griechenland“, die sich u.a. für einen Fonds zur nachhaltigen Entwicklung des ländlichen Raums stark macht – unter besonderer Berücksichtigung der von der Weltmacht zerstörten Ortschaften.

Die Heinrich Böll-Stiftung Bremen lädt daher ein zum Film „Der Balkon“ (GRC/DE 2018, griechisch OmU), der auf den Recherchen des Bremer Rechtshistorikers Christoph Schminck-Gustavus basiert. Schminck-Gustavus interviewte bereits Ende der 1980er Jahre Überlebende des Dorfes Lyngiades, das im Oktober 1943 von der Wehrmacht überfallen und verbrannt worden war – mitsamt vieler seiner Bewohner*innen.

30 Jahre später greift der aus Lyngiades stammende Filmemacher Chrýsanthos Konstantinidis auf dieses Material zurück, das Prof. Schminck-Gustavus durch umfangreiche Recherchen in militärhistorischen Archiven ergänzt hat. Konstantinidis zeigt auch die Perspektive der heutigen Bewohner*innen von Lyngiades: Viele Angehörige der Nachkriegsgenerationen erfuhren durch die Tondokumente der 1980er Jahre erstmals Näheres über die Verbrechen an ihren Vorfahren. Das kollektive Trauma der Menschen von Lyngiades steht beispielhaft für die Situation in den über 1.700 griechischen Orten, die von der Wehrmacht heimgesucht wurden.

Dem Film folgt ein Gespräch mit Christoph Schminck-Gustavus und Hilde Schramm aus Berlin, Mitgründerin der Initiative „Respekt für Griechenland“

Weitere Informationen:
http://www.tobalkoni.gr (englischsprachig)

https://youtu.be/yoomfFiIsA4 (Link zum Filmtrailer)

 

 

 

 

 

 

 

 

23.09.2019 Hamburg, Film und Diskussion: Der Balkon – Wehrmachtsverbrechen in Griechenland

im Rahmen der Veranstaltungsreihe zu „Deutsche Kriegsschuld und Verpflichtungen gegenüber Griechenland“

am Montag 23.09.19 / 19- 22 Uhr, Metropolis Kino
Kleine Theaterstraße 10, 20354 Hamburg

„Nicht vergessen“ ist das Leitmotiv von Chrysanthos Konstantinidis‘ eindrucksvollem Film. Es geht um Lyngiades, ein Dorf in Nord-Griechenland, das wegen seiner wunderbaren Aussicht der „Balkon“ genannt. Doch die Idylle war Schauplatz eines Massakers, das hierzulande noch viel zu wenig bekannt ist: Am 3. Oktober 1943 ermordeten die deutschen Besatzer 82 Dorfbewohner und zerstörten fast alle Häuser.

Der Rechtshistoriker Christoph Schminck-Gustavus aus Bremen recherchierte und dokumentierte vor drei Jahrzehnten die Hintergründe dieses Verbrechens. Jetzt führt er durch den Film.

Im Anschluss an den Film möchten wir Forderungen der deutschen Initiative „Respekt für Griechenland e.V.“ vorstellen und diskutieren. Die Initiative verlangt, dass Deutschland für die in Griechenland begangenen Kriegsverbrechen Verantwortung übernimmt.

Einführung
Prof. Christoph Schminck-Gustavus – Rechtshistoriker, Uni Bremen

Im Anschluss an den Film diskutieren
Hilde Schramm – Respekt für Griechenland e.V.
Manfred Ertel – ehemaliger Spiegel-Redakteur, Griechenland-Experte und Autor

Eintritt: 7,50 € (5 € für Mitglieder) Karten sind im Vorverkauf erhältlich (040-342353 oder www.metropoliskino.de )

Flyer zur Veranstaltung

Veranstalter: Heinrich-Böll-Stiftung Hamburg e.V.

 

 

 

24.09.2019, Marburg: Film und Diskussion: Eingebrannt – Frauen auf Kreta 1941-1945

im Rahmen der Veranstaltungsreihe zu „Deutsche Kriegsschuld und Verpflichtungen gegenüber Griechenland“

am DIENSTAG, 24. SEPTEMBER 2019, 18 UHR
WAGGONHALLE MARBURG, RUDOLF-BULTMANN-STRASSE 2A,
MARBURG

==> Der Film wird auf griechisch mit deutschen Untertiteln gezeigt.

Geschichte wird von Männern geschrieben und erzählt, selten finden wir in den Geschichtsbüchern das Leben der Frauen in Zeiten des Krieges. In dieser Dokumentation sprechen 22 Frauen über ihren Widerstand, ihre Solidarität, über starke Frauen, über Ängste und Hoffnungen, ihren Überlebenskampf und den Umgang mit den Besatzern.
Der Dokumentarfilm von Barbara Englert und Leonie Englert zeigt, wie die Auswirkungen dieser Erlebnisse auf das Leben der Frauen auch heute  immer noch deutlich sichtbar und gegenwärtig sind.

Im Anschluss an den Film diskutieren
BARBARA ENGLERT
REGISSEURIN DES FILMS „EINGEBRANNT – FRAUEN
AUF KRETA 1941-1945“, FRANKFURT/M.
HILDE SCHRAMM
RESPEKT FÜR GRIECHENLAND E. V., BERLIN – KAMPAGNE
„DEUTSCHE KRIEGSSCHULD UND VERPFLICHTUNGEN
GEGENÜBER GRIECHENLAND“

Flyer zur Veranstaltung

Veranstalter: Heinrich-Böll-Stiftung Hessen

 

25.09.2019 Frankfurt/Main, Film und Diskussion: Der Balkon- Wehrmachtsverbrechen in Griechenland

im Rahmen der Veranstaltungsreihe zu „Deutsche Kriegsschuld und Verpflichtungen gegenüber Griechenland“

am MITTWOCH, 25. SEPTEMBER 2019, 19 UHR
HAUS AM DOM, DOMPLATZ 3, FRANKFURT/MAIN

Lyngiades, ein Dorf in Nord-Griechenland: wegen seiner wunderbaren Aussicht der „Balkon“ genannt. Doch die Idylle war Schauplatz eines Massakers, das hierzulande noch viel zu wenig bekannt ist. Am 3. Oktober 1943 ermordeten die deutschen Besatzer 82 Dorfbewohner und zerstörten fast alle Häuser.
Diese Verbrechen behandelt der Film von Chrysanthos Konstantinidis eindrucksvoll. In diesem hören die Nachgeborenen am Ort, oft erstmalig, Erinnerungen von Überlebenden. Zugleich gibt der Film Einblicke in die unterlassene Aufarbeitung in Deutschland und in die verweigerte Wiedergutmachung.

Im Anschluss an den Film diskutieren
BARBARA ENGLERT
REGISSEURIN DES FILMS „EINGEBRANNT – FRAUEN
AUF KRETA 1941-1945“, FRANKFURT/M.
HILDE SCHRAMM
RESPEKT FÜR GRIECHENLAND E. V., BERLIN – KAMPAGNE
„DEUTSCHE KRIEGSSCHULD UND VERPFLICHTUNGEN
GEGENÜBER GRIECHENLAND“

Flyer zur Veranstaltung

Veranstalter: Heinrich-Böll-Stiftung Hessen

14.06.2019 Berlin: Vortrag/Diskussion zur deutschen Kriegsschuld

ÖKUMENISCHES ZENTRUM zusammen mit RESPEKT FÜR GRIECHENLAND E.V.

Einladung
zu
Vortrag und Diskussion:
Deutsche Kriegsschuld und Verpflichtungen gegenüber Griechenland

Referentin: Hilde Schramm

Termin: Freitag, 14. Juni, 19 Uhr

Ort: Ökumenisches Zentrum,
Wilmersdorfer Str. 163
10585 Berlin
U-Bahn Station: Richard Wagner Platz

Vorrangige Forderungen:

1. Rückzahlung eines Zwangskredites (zinslos), den Griechenland z. Zt. der deutschen Besatzung zahlen musste, im heutigen Wert von 11 Mrd EURO (incl. Zinsen). Diese Rückzahlpflicht wurde 1965 von Kanzler Ludwig Erhard anerkannt.

2. Lösegeld der jüdischen Gemeinde von Thessaloniki für die Freilassung von 7500 jüdischen Zwangsarbeitern, die trotz Lösegeld zusammen mit weiteren 40000 Juden nach Auschwitz in den Tod geschickt wurden.

3. Zeitgemäße Unterstützung von Opfergemeinden. Hierzu soll ein Fonds zur nachhaltigen Entwicklung von Dörfern und kleinen Städten, die unter dem deutschen Besatzungsterror gelitten haben, eingerichtet werden. Mehr als 1000 Orte wurden von Deutschen zerstört und dabei viele tausend Zivilisten umgebracht. Über 100 dieser Gemeinden werden offiziell als „Märtyrerdörfer“ bezeichnet.


 

Salonica – Jüdische Geschichte und Gegenwart in Thessaloniki

Eine gemeinsame Veranstaltung von „Heinrich Böll Stiftung-Büro Thessaloniki“ und „Respekt für Griechenland e.V.“. Die Veranstaltung ist Programmteil der „Europäischen Kulturtage 2018: Thessaloniki“ des Museums für Europäische Kulturen (9. August bis 9. September 2018).

In Kooperation mit Hellas Filmbox

Einladung
Salonica – Erinnerungen an das untergegangene „Jerusalem des Balkans“
Ein deutsch-griechischer Dialog über Vergessen, Verdrängen und  Bearbeiten
Donnerstag, 23. August, 2018
18 Uhr
Museum Europäischer Kulturen
Arnimallee 25
14195 Berlin-Dahlem

Maria Kavala, Historikerin aus Thessaloniki
Tobias Blümel, Historiker aus Berlin
Leon Saltiel, Mitglied des Zentralrats der Juden Griechenlands
Hilde Schramm, Moderatorin, Respekt für Griechenland e.V.

Einst war das multikulturelle Thessaloniki ein Zentrum blühenden jüdischen Lebens in Europa. Während der Okkupation durch das damals nationalsozialistische Deutschland wurde die jüdische Bevölkerung fast vollständig ausgelöscht. Maria Kavala und Tobias Blümel erzählen diese Geschichte vom Aufstieg und gewaltsamen Ende des „Jerusalem des Balkans“.
In der folgenden Podiumsdiskussion richten Leon Saltiel, Maria Kavala und Tobias Blümel ihren Blick auf die Nachkriegszeit bis zur Gegenwart, insbesondere auf: Heimkehr von HolocaustÜberlebenden nach Thessaloniki; Verharmlosung der Verbrechen auf deutscher Seite und Schweigen zur Kollaboration auf griechischer Seite; Antisemitismus; Geschichtslegenden; Rückerstattung und Entschädigung.

Anschließend berichtet Leon Saltiel über das heutige jüdische Leben in Thessaloniki und die zunehmenden Bemühungen von Griechen und Deutschen um Aufarbeitung der Vergangenheit.

Kurze Pause
20 Uhr: Dokumentarfilm: Salonica – City with Amnesia / Dauer: 12 Minuten
Der Film erzählt vom Vergessen und dem Ringen um Erinnerung des jüdischen Teils der Geschichte der Stadt Thessaloniki.
D/GR, 2016, Regie: Max Geilke, Mario Forth
Gespräch zum Film mit Max Geilke

 

Europa: Einer für alle, alle für einen?

Griechenland nach dem Ende der europäischen Kreditprogramme

Podiumsdiskussion: Donnerstag, 14. Juni 2018, 19.00 Uhr – 20.30 Uhr
Adresse: Heinrich-Böll-Stiftung – Bundesstiftung Berlin, Schumannstr. 8, 10117 Berlin
Sprache: Deutsch, Griechisch (mit Simultanübersetzung)
Veranstalter/in: Heinrich-Böll-Stiftung – Bundesstiftung Berlin

Am 20. August 2018 endet offiziell das dritte und vorerst letzte Memorandum der Euro-Länder mit Griechenland. Dadurch erhält das Land nach der achtjährigen Finanzkrise in finanz-, wirtschafts- wie sozialpolitischer Hinsicht einen Teil seiner Souveränität zurück. Es muss aber auch seine Schulden wieder aus eigener Kraft begleichen. Kurz danach wählen die Griechinnen und Griechen 2019 sowohl ein neues griechisches, als auch ein neues europäisches Parlament.

Wir ziehen Bilanz: Wie bewerten griechische Stimmen die Sparpolitik mit Blick auf die Solidarität innerhalb Europas? In welcher sozialen Situation befindet sich die Bevölkerung Griechenlands nach drei „Hilfspaketen“? Wie bewertet die EU im Rückblick ihre eigene Rolle gegenüber Griechenland in den Jahren der europäischen Wirtschaftskrise? Was können wir aus den vorliegenden Erfahrungen lernen – und was könnte ein gemeinsamer Blick in die Zukunft sein?

Mit:

  • Yiannis Tsironis, stellvertretender Minister für ländliche Entwicklung und Agrar in der Syriza Regierung, Ecologist Greens, Athen
  • Jens Bastian, Wirtschaftsberater und Finanzmarktanalyst, Athen
  • Lisa Paus MdB, finanzpolitische Sprecherin, Bündnis 90/Die Grünen, Berlin

Moderation: Elisa Simantke, Der Tagesspiegel, Berlin

Eine Kooperation der Heinrich-Böll-Stiftung mit Respekt für Griechenland e.V.
(Link zum Veranstaltungshinweis der Heinrich-Böll-Stiftung)

 

25.03.2018: Lesvos – The Beautiful Prison, Film/Diskussion, Berlin

Der Dokumentarfilm folgt den Geschichten und Erfahrungen von fünf Frauen auf der griechischen Insel Lesbos im Jahr 2017 und erzählt von einer einzigartigen Situation aus verschiedenen Perspektiven – Geflüchtete, Einheimische und freiwillige Helferinnen erzählen, was sie erlebt haben.
(…)
Nach dem Film freuen wir uns auf ein Gespräch mit den FilmemacherInnen und mit AktivistInnen verschiedener Initiativen, die von ihren Erfahrungen berichten. Außerdem werden die neuen EU-Regelungen vorgestellt, welche die Möglichkeit auf Asyl weiter verringern…

Veranstaltet vom Bündnis Griechenlandsolidarität Berlin zusammen mit Respekt für Griechenland e.V.,  ConAction Network und dem RegenbogenKino.

weitere Informationen /Flyer

Sonntag, 25. März 2018, 18:00 Uhr
RegenbogenKino
Lausitzer Straße 22
10999 Berlin-Kreuzberg

Spendenkonto für Flüchtlingshilfe in Griechenland:
Respekt für Griechenland e.V., IBAN: DE154306 096711757746 02