Niels Kadritzke: Nachtrag zur Veranstaltung zur jüdischen Geschichte und Gegenwart in Thessaloniki

Die am 23.08.2018 stattgefundene Veranstaltung von „Heinrich Böll Stiftung-Büro Thessaloniki“ und „Respekt für Griechenland e.V.“ war ein Programmteil der „Europäischen Kulturtage 2018: Thessaloniki“ des Museums für Europäische Kulturen (9. August bis 9. September 2018) in Berlin-Dahlem zum Thema
„Salonica – Erinnerungen an das untergegangene „Jerusalem des Balkans“ Ein deutsch-griechischer Dialog über Vergessen, Verdrängen und Bearbeiten“

In diesem Zusammenhang steht der Beitrag „Das Jerusalem des Balkans“ von Niels Kadritzke, der am 06.10.1995 in „die tageszeitung“ (taz) veröffentlicht wurde. Im Folgenden geht der Autor in einer Vorbemerkung vom 26.08.2018 auf Entwicklungen ein, die sich seither ergeben haben und sich auf die verleugnete und wieder erinnerte jüdische Geschichte der Stadt Thessaloniki beziehen:

Vorbemerkung (26.08.2018)
von Niels Kadritzke zum Beitrag „Jerusalem des Balkans“ (06.10.1995)

Seitdem ich nachstehenden Text über das “a-semitische” Thessaloniki geschrieben habe, sind fast 23 Jahre vergangen. Damals hatte ich auch die Selbstdarstellung im Auge, die das ehemalige „Jerusalem des Balkans“ den auswärtigen Besuchern bieten würde, die zwei Jahre später die Europäische Kulturhauptstadt 1997 erkunden wollten. Im Oktober 1995 waren in der Ausstellungs- und Veranstaltungsplanung der Organisatoren lediglich Spurenelemente der jüdischen Geschichte Thessalonikis zu finden.

Das hat sich allerdings geändert. Deshalb muss ich diesem Text einige Bemerkungen voranstellen, die würdigen sollen, was seit 1995 geschehen ist. Dabei ist zunächst bemerkenswert, dass in die Planung für die Kulturhauptstadt doch noch ein Holocaust-Denkmal aufgenommen wurde, das knapp vor dem Ende des Jahres, nämlich am 23. November 1997 von Staatspräsident Stephanopoulos eingeweiht wurde. Die Skulptur des serbischen Künstlers Nandor Glid steht seit 2006 am Rand jenes „Freiheitsplatzes“, auf dem am 11. Juli 1942 die Demütigung und Vernichtung der Juden von Thessaloniki begonnen hat.

Ebenfalls im Jahr 1997 wurde die Planung des Jüdischen Museums von Thessaloniki beschlossen, das aus dem Kulturhauptstadt-Etat finanziert und im Mai 2001 eröffnet wurde. In diesem Museum, das auf Beständen des historischen Studienzentrums der jüdischen Gemeinde aufbaut, sind auch noch einige wenige Grabsteine zu sehen, die vom alten jüdischen Friedhof übrig geblieben sind.

Auf dem weitläufigen Gelände am Rand des Stadtzentrums, das bis 1943 mehr als 300 000 Gräbern Platz bot, befinden sich heute die Ausstellungshallen der Internationalen Messe von Thessaloniki und die Gebäude der Aristoteles-Universität. Doch bis vor wenigen Jahren war auf dem Uni-Campus kein einziger Hinweis auf den zerstörten jüdischen Friedhof zu finden, obwohl die Gehwege zwischen den Instituten zum Teil aus den alten Grabplatten bestanden. Die Rektoren der Aristoteles-Universität, die seit ihrer Gründung „500.000 Leichen im Keller“ hatte (wie Eberhard Rondholz einmal bitter vermerkt hat), weigerte sich jahrzehntelang, wenigstens eine kleine Gedenktafel auf dem Campus anzubringen.

Diese unfassliche Geschichsverleugnung, die von der jüdischen Gemeinde Thessalonikis als „Memozid“ empfunden wurde, ist seit dem 9. November 2014 Geschichte. An diesem Tag wurde eine Gedenkstätte zur Erinnerung an den alten Jüdischen Friedhof eingeweiht. Dass dies endlich geschah, ist vor allem ein Verdienst des Bürgermeisters Yiannis Boutaris, der seit Januar 2011 im Amt und seitdem bemüht ist, die osmanische wie die jüdische Dimension der Geschichte Thessalonikis nicht nur für die Besucher, sondern auch für die Bürgerinnen und Bürger bewusst und erfahrbar zu machen.

Wie entschieden, ja rücksichtslos sich Boutaris mit der Vergesslichkeit seiner Landsleute auseinandersetzt, demonstriert die Ansprache, die der Bürgermeister bei der Einweihung des Denkmals für den Jüdischen Friedhof auf dem Gelände der Aristoteles-Universität gehalten hat. Deshalb will ich diesen Vortext mit einem längeren Zitat aus der Rede beschließen, die Boutaris nicht zufällig am 9. November 2014 gehalten hat.

„Die Stadt Thessaloniki hat sich auf nicht zu rechtfertigende Weise sehr viel Zeit gelassen, um das Schweigen zu brechen und endlich der düstersten Phase ihrer Geschichte zu gedenken. Heute aber kann sie sagen, dass sie sich für dieses unberechtigte und sträfliche Schweigen schämt. Sich schämt für die Kollaborateure der Stadt, die mit den Okkupanten kooperiert haben, für die Nachbarn, die sich unrechtmäßig Besitztümer angeeignet haben, für diejenigen, die Mitmenschen denunziert haben, die zu fliehen versuchten.

Und vor allem schämt sie sich für die Verantwortlichen der Stadt: für den Bürgermeister und den Generalverwalter, die ohne weiteres einwilligten, dass städtische Arbeiter in einer Nacht 500 Jahre der Erinnerung zerstören und den größten jüdischen Friedhof Europas in eine Schädelstätte verwandeln konnten. Sie schämt sich für den Direktor des Archäologischen Dienstes, der mit Unverständnis reagierte, als sich die jüdische Gemeinde 1946 darüber beschwerte, dass man Grabsteine als Baumaterial für den Wiederaufbau der Kirche Ayios Dimitrios verwendet hat. Und sie schämt sich für diejenigen Universitätsrektoren, die nach dem Krieg die Gebäude der Universität neben und auf den zerstörten Gräbern errichtet haben, ohne auch nur eine Gedenktafel anzubringen.
Heute erkennen wir, dass der Verlust von 56 000 jüdischen Bürgern Thessalonikis ein Verlust für uns alle ist – für Christen, Juden und Muslime, für Atheisten und Agnostiker. Es ist ein Verlust für jene, die hier gelebt haben, aber auch für alle, die nach uns hier leben werden. Der Holocaust hat nicht nur die Vergangenheit unserer Stadt belastet, er hat uns –schlimmer noch – die Zukunft gestohlen. Wer wollte bezweifeln, dass Thessaloniki mit einer blühenden und kosmopolitischen jüdischen Gemeinde eine andere Stadt wäre?

Weil also dieser Verlust letzten Endes auch der unsere ist, ist das Gedenken an den Holocaust nicht nur eine Sache der jüdischen Gemeinde, sondern unser aller Sache. Er betrifft uns als Bürger Thessalonikis, als Griechen und als Europäer. Er stiftet eine neue Beziehung zu dieser Stadt und erweitert unseren Begriff von Menschlichkeit.

In diesem Sinn begrüßen wir heute die Entscheidung des Rektorats, die Erlaubnis für diese Gedenkstätte zu erteilen.“

Diese Sätze wären ein schönes, optimistisch stimmendes Gegenstück zu dem Text von 1995, der hier nachzulesen ist. Aber die griechische Realität von 2018 zwingt uns, dieses optimistische Bild zu relativieren. Am 20. Januar 2018 gingen in Thessaloniki etwa 100 000 empörte Bürger auf die Straße, um gegen ein geplantes Abkommen der Athener Regierung mit der Regierung in Skopje zu protestieren. Dabei waren immer wieder bösartige Parolen gegen den Bürgermeister Yiannis Boutaris zu hören. Denn der hat sich offen für eine Vereinbarung ausgesprochen, die dem nördlichen Nachbarn einen Namen „zugesteht“, der das Wort „Mazedonien“ enthält. Das aber ist für die große Mehrheit der Menschen im griechischen Teil Mazedoniens – und in Thessaloniki – ein Sakrileg: Für sie ist das Wort und der Begriff Mazedonien seit jeher und auf ewig „griechisch und allein griechisch“.

Bei dieser Demonstration führten faschistische Teilnehmer Plakate mit, auf denen Boutaris als „xeftila“ (etwa: käuflicher Lump) beschimpft und aufgefordert wurde: „Nimm dein Judenpack und hau ab!“ Ein anderes Plakat zeigte Boutaris bei der Grundsteinlegung für das Jüdische Museum, auf dem Foto hat er eine Kippa auf dem Kopf.
Dass es auch in Griechenland Faschisten mit antisemitischen Grundüberzeugungen gibt, ist keine Überraschung. Das Beunruhigende an solchen Episoden ist allerdings, dass die klein- und die gutbürgerlichen Patrioten, die sich über das Thema Mazedonien erregen können, die  Rassisten nicht aus ihren Reihen ausgrenzen und nach Hause schicken. Was wiederum auf eine Gefahr verweist, die wir aus der Geschichte nur allzu gut kennen: Wo der Chauvinismus blüht, geht früher oder später die Saat des Antisemitismus auf.

Am 27. Juni dieses Jahres haben Unbekannte das Denkmal für die Holocaust-Opfer von Thessaloniki mit Farbe beschmiert. Kurz darauf verunstalteten geistesverwandte Täter das Denkmal auf dem Gelände der Aristoteles-Universität, das an den ehemaligen jüdischen Friedhof erinnert, mit blauer Farbe und übermalten die Gedenktafel mit einem Kreuz. Die Stadtverwaltung von Thessaloniki verurteilte diesen politischen Vandalismus mit dem Worten: „Die Schändung des Denkmals ist eine schimpfliche Attacke nicht nur auf das Gedenken unserer jüdischen Mitbürger, die im Holocaust umgekommen sind, sondern vor allem auf die kollektive Erinnerung und Geschichte der Stadt selbst.“

Niels Kadritzke / 26.08. 2018
Download: „Das Jerusalem des Balkans“ mit Vorbemerkung
(weitere Beiträge von Niels Kadritzke siehe

https://monde-diplomatique.de/blog-nachdenken-ueber-griechenland)

RfG-Stellungnahme zur NS-Kriegsschuld

Hinweis: Die nachfolgende Stellungnahme wurde am 23.08.2018 auf der Veranstaltung „Salonica – Erinnerungen an das untergegangene ‚Jerusalem des Balkans‘ – ein deutsch-griechischer Dialog über Vergessen, Verdrängen und Bearbeiten“ vorgestellt. Diese Veranstaltung ist Programmteil der „Europäischen Kulturtage 2018: Thessaloniki“ des Museums für Europäische Kulturen (9. August bis 9. Septemer 2018) in Berlin-Dahlem.

Deutscher Besatzungsterror im 2. Weltkrieg und Verpflichtungen gegenüber Griechenland

Durch die Zusammenarbeit der Initiative ‚Respekt für Griechenland‘ (RfG) mit Griechen wissen wir, wie fest unter einer beruhigten Oberfläche die Verbrechen von Deutschen im 2. Weltkrieg im kollektiven Gedächtnis verankert sind. Zugleich mussten wir erkennen, wie beschämend gering die Bereitschaft Deutschlands war, Griechenland beim Aufbau seines zerstörten Landes zu helfen und die Leidtragenden zu entschädigen. „RfG-Stellungnahme zur NS-Kriegsschuld“ weiterlesen

23.08.2018 Berlin: Veranstaltung zur jüdischen Geschichte und Gegenwart in Thessaloniki

Eine gemeinsame Veranstaltung von „Heinrich Böll Stiftung-Büro Thessaloniki“ und „Respekt für Griechenland e.V.“. Die Veranstaltung ist Programmteil der „Europäischen Kulturtage 2018: Thessaloniki“ des Museums für Europäische Kulturen (9. August bis 9. September 2018).

In Kooperation mit Hellas Filmbox

Einladung
Salonica – Erinnerungen an das untergegangene „Jerusalem des Balkans“
Ein deutsch-griechischer Dialog über Vergessen, Verdrängen und  Bearbeiten
Donnerstag, 23. August, 2018
18 Uhr
Museum Europäischer Kulturen
Arnimallee 25
14195 Berlin-Dahlem

Maria Kavala, Historikerin aus Thessaloniki
Tobias Blümel, Historiker aus Berlin
Leon Saltiel, Mitglied des Zentralrats der Juden Griechenlands
Hilde Schramm, Moderatorin, Respekt für Griechenland e.V.

Einst war das multikulturelle Thessaloniki ein Zentrum blühenden jüdischen Lebens in Europa. Während der Okkupation durch das damals nationalsozialistische Deutschland wurde die jüdische Bevölkerung fast vollständig ausgelöscht. Maria Kavala und Tobias Blümel erzählen diese Geschichte vom Aufstieg und gewaltsamen Ende des „Jerusalem des Balkans“.
In der folgenden Podiumsdiskussion richten Leon Saltiel, Maria Kavala und Tobias Blümel ihren Blick auf die Nachkriegszeit bis zur Gegenwart, insbesondere auf: Heimkehr von HolocaustÜberlebenden nach Thessaloniki; Verharmlosung der Verbrechen auf deutscher Seite und Schweigen zur Kollaboration auf griechischer Seite; Antisemitismus; Geschichtslegenden; Rückerstattung und Entschädigung.

Anschließend berichtet Leon Saltiel über das heutige jüdische Leben in Thessaloniki und die zunehmenden Bemühungen von Griechen und Deutschen um Aufarbeitung der Vergangenheit.

Kurze Pause
20 Uhr: Dokumentarfilm: Salonica – City with Amnesia / Dauer: 12 Minuten
Der Film erzählt vom Vergessen und dem Ringen um Erinnerung des jüdischen Teils der Geschichte der Stadt Thessaloniki.
D/GR, 2016, Regie: Max Geilke, Mario Forth
Gespräch zum Film mit Max Geilke

 

Soziale Küche von Solidarität Piräus

Solidarität Piräus kocht seit mehreren Jahren für Menschen, die in Not geraten sind – Griechen, Migranten und Flüchtlinge. Eine Verbesserung der Küchenausstattung stand schon lange an. Durch private Spenden in Höhe von 3.500 € konnten im April 2018 ein Gaskocher, ein Tiefkühlschrank und diverse Küchengeräte in Piräus gekauft werden. Außerdem wurde mit den Spendengeldern ein Teil der Stromschulden getilgt. „Soziale Küche von Solidarität Piräus“ weiterlesen

Neu eröffnet: WELCOMMON Hostel in Athen

– a new experience in responsible tourism-

Zu den neu eröffneten Gästeetagen im Welcommon Hostel ein Text von Nikos Chrysogelos:

Nikos Chrysogelos, Social cooperative Wind of Renewal,  beginning of June 2018:

The WELCOMMON Hostel is a seven-floor facility for people of all ages. We would like to welcome you during your visit to Athens. We can also help you plan your stay in the city. WELCOMMON is not just a hostel, it is also part of a social experiment, a center for innovation and art, as well as social and job integration.

We can organize your study trip in the city and provide details about interesting social events and groups; we can also supply you with all necessary information on other Greek cities, an island or a mountainside; we can connect you with cycling groups, or let you know the secrets of culinary delights, we can host your seminar or workshop; we can also host a painting exhibition or a cultural event.

BE SURE TO CONTACT US before arriving in Athens, let us know about your needs and your interests!

The Hostel, Welcome in Common
You have a variety of options for accommodation in WELCOMMON; you may like to share an eight-bed dormitory with your friends or other travelers; or you may prefer to stay in a three-bed room, a twin or double bedroom or a single; you may need a cheap room or you may be willing to pay a little more for some extra perks; or you may like to go for a room with a balcony. Regardless of what you select, all rooms are comfortable, clean and attractive; a lot has been artistically designed with reused items, always with your comfort in mind.

How is WELCOMMON Hostel different?
WELCOMMON Hostel means welcome in common – together. It is not only an opportunity to stay in a good place in the Greek capital; it is also a way to:
enjoy your stay in the city,
discover its social, cultural and environmental side,
exchange experiences and ideas,
learn and “share”; you can participate in activities we organize (art exhibits, non-formal education, music events, visits to cultural sites and activities, etc…) or you can organize something yourself (e.g. a concert, painting classes or even give a speech!).

Training for social and employment issues
Although the hostel is no longer a refugee hosting center and has been refurbished into a modern facility, two floors of the WELCOMMON Hostel are used as an open center for social empowerment and inclusion. The aim is to create new employment opportunities for everyone in areas such as upcycling, ethnic cuisines, culture, green / cyclic economy, energy efficiency and others. Our societies must not accept generations being lost, we must not leave young persons, Greeks, migrants, refugees behind.

We offer classes (e.g. for language, painting, puppet show, music etc) with the support of volunteers to refugees, migrants, local people, tourists; we work for the empowerment and training of our guests and design interactive workshops for the professional training and promotion of the abilities and qualifications of refugees, especially the young persons, along with Greek nationals, in order to be able to find their way in our societies for the benefit of our societies.

As a visitor of Athens you could participate in an event or even present a topic to other guests or visitors in our WELCOMMON Hostel, in our meeting corners, in our “classrooms”, or during drinking a juice, a coffee or a herbal tea in our café or in our socializing bar and restaurant “In Common”. It is real!

Discover the other side of the city
Your stay in the WELCOMMON Hostel is also a chance for you to discover what is going on in the city. You could join initiatives working for the transformation of the city and its environmental protection, you could contact human rights groups or initiatives working with the unemployed, young people or for the inclusion of the refugees. There is an interesting, hidden side of the city, a real live and fresh city within the city; our community is ready to host you and work with you.

You help us boost the social impact of our project
When you choose to stay with us you contribute to the employment of a fantastic group of  people, consisting of a number of long-term unemployed Greeks, migrants and refugees who have settled in Greece.

The first step is crucial: we want to be financially and socially sustainable, we try to improve our services, to make our hostel more convenient, friendly and live, more artistic and social. But the next step is also very important to us; we are committed to investing any profits in social and environmental improvements, in the transition to an energy-efficient and green economy, in creating a new center for the most vulnerable; we also aim to contribute to reducing the energy poverty of households, offering them know-how and support so that they can exit a difficult situation through social empowerment and energy efficiency.

You can feel the history of WELCOMMON
The WELCOMMON Hostel
has a quite uncommon, interesting history. For many years the building was used as a public clinic. During the Greek economic crisis, in February 2013, the clinic was shut down and merged with a bigger hospital. We, the social cooperative Anemos Ananeosis / Wind of Renewal –working for the promotion of the social and green innovation and economy– began renting the building in August 2016. We refurbished it in order to transform it into an innovative center for the hosting and social inclusion of the most vulnerable refugees. The project was not simply meant to be for the refugees but with the refugees –working with them for their benefit, as well as that of the neighborhood and the local community.  It became one of the most innovative and creative centers for hosting, empowering and socially including refugees, based on the idea of “empowerment through the community”.

What was different with WELCOMMON
WELCOMMON, an accommodation and social inclusion center for refugees, featured four important innovations:

  1. Overhauling of old building. We rented and upgraded –at minimum cost and with voluntary work –a 3200 m2 building in the centre of Athens that had remained closed since 2013 (ex hospital). We overhauled it and created a model community centre with a hosting capacity of up to 160-180 refugees. In total, 600 refugees from 22 countries (half of them kids) were hosted between October 2016 and February 28, 2018, upgrading and revitalizing the Exarcheia neighborhood (near Kanigos Square).
  1. Accommodation for the most vulnerable groups of refugees and in need of urgent care, such as: people with chronic diseases, serious psychological disorders, disabilities, victims of torture, sexual abuse and trafficking, pregnant women and families with newborns. The residents of Welcommon included 40 newborn babies and pregnant women.
  1. Μodel facility for empowerment and care, based on the idea of ‘’community’’ and combining safe accommodation with social inclusion and job integration of people with high vulnerability. We provided a social clinic, psycho-social support, non-formal education, support for kids who needed to register in Greek schools, social support services and job integration processes. Our “community model” can be suitable also for other communities and neighborhoods –especially areas that have collapsed socially and economically and need to be revitalized on a new basis. It was organized on the basis of the needs of the community and was successful thanks to wide participation and extensive collaborations.
  1. Search for solutions for decent work both for refugees/immigrants and unemployed Greeks, in common /together with them and in innovative sectors.

The WELCOMMON center was our proposal for the role that the social economy could play in inclusion issues, combining the hosting of vulnerable persons with new models of social inclusion, empowerment and mobilization of people in need in general, not just refugees. We cooperated with many social organizations –including 15 universities, students and more than 230 volunteers from all over the world during the operation of the center. Many social groups, MEPs and MPs, international organizations and representatives of municipalities visited us.

It was a project in cooperation with the UNHCR and the Development Agency of the Municipality of Athens.  It was a pity that the two institutions  decided on January 18, 2018 to “discontinue the collective accommodation in WELCOMMON starting March 1, 2018, in order to focus on accommodation in apartments, which facilitates independent living. After their decision to stop financing the housing program for the refugees we decided to try to continue our innovative work by financing our initiatives through the Hostel rather than depend on third actors. We are committed to striving for maximizing the benefit for society. We are active in social, human and environmental rights, we can’t do less than needed in our times. We are convinced that acting in common  on an integrated plan we can solve problems in a win-win manner.

Learn about our history, contribute to the change
You can learn about our model, a community model, for the protection but also the inclusion of refugees. It is a model we could adjust for other vulnerable social groups, too. You can experience some of our activities, participating in workshops, language and painting, photo exhibitions, video or info-material. But you can also meet some of our previous guests, working now for the WELCOMMON Hostel, being part of our new community.

We are part of the social change we want to see happen
Athens is a city in crisis but at the same time one can see a real change if one decides to be part of the social and ecological change. We have decided to be part of this social change.

In the WELCOMMON Hostel we can introduce you to the world of Greece’s social economy and you can learn about its strengths and weaknesses. You can also contribute with your ideas and experience.

The #WELCOMMON Hostel highlights the positive impact that cooperatives and social enterprises have on communities, revitalizing neighborhoods, making bridges between communities, social groups, newcomers and local people. Anemos Ananeosis/Wind of Renewal has a strong commitment to building a better world through social and green innovation and the cooperative business model. We want to influence the direction of our society to become more sustainable and ecologically and socially fair.

Europa: Einer für alle, alle für einen?

Griechenland nach dem Ende der europäischen Kreditprogramme

Podiumsdiskussion: Donnerstag, 14. Juni 2018, 19.00 Uhr – 20.30 Uhr
Adresse: Heinrich-Böll-Stiftung – Bundesstiftung Berlin, Schumannstr. 8, 10117 Berlin
Sprache: Deutsch, Griechisch (mit Simultanübersetzung)
Veranstalter/in: Heinrich-Böll-Stiftung – Bundesstiftung Berlin

Am 20. August 2018 endet offiziell das dritte und vorerst letzte Memorandum der Euro-Länder mit Griechenland. Dadurch erhält das Land nach der achtjährigen Finanzkrise in finanz-, wirtschafts- wie sozialpolitischer Hinsicht einen Teil seiner Souveränität zurück. Es muss aber auch seine Schulden wieder aus eigener Kraft begleichen. Kurz danach wählen die Griechinnen und Griechen 2019 sowohl ein neues griechisches, als auch ein neues europäisches Parlament.

Wir ziehen Bilanz: Wie bewerten griechische Stimmen die Sparpolitik mit Blick auf die Solidarität innerhalb Europas? In welcher sozialen Situation befindet sich die Bevölkerung Griechenlands nach drei „Hilfspaketen“? Wie bewertet die EU im Rückblick ihre eigene Rolle gegenüber Griechenland in den Jahren der europäischen Wirtschaftskrise? Was können wir aus den vorliegenden Erfahrungen lernen – und was könnte ein gemeinsamer Blick in die Zukunft sein?

Mit:

  • Yiannis Tsironis, stellvertretender Minister für ländliche Entwicklung und Agrar in der Syriza Regierung, Ecologist Greens, Athen
  • Jens Bastian, Wirtschaftsberater und Finanzmarktanalyst, Athen
  • Lisa Paus MdB, finanzpolitische Sprecherin, Bündnis 90/Die Grünen, Berlin

Moderation: Elisa Simantke, Der Tagesspiegel, Berlin

Eine Kooperation der Heinrich-Böll-Stiftung mit Respekt für Griechenland e.V.
(Link zum Veranstaltungshinweis der Heinrich-Böll-Stiftung)

 

Neuer Projektbericht „Freiwillige für WELCommon in Athen“

Hostel WELCommon als Flüchtlingsunterkunft

Seit Herbst 2016 entsendet Respekt für Griechenland Freiwillige nach Athen. Sie haben mitgeholfen, eine ehemalige Klinik im Zentrum von Athen in ein wegweisendes und viel beachteten Wohnprojekt für Geflüchtete, das Model Hostel WELCommon, umzugestalten. Dort fanden vor allem Frauen, Männer und Kinder mit Gesundheitsproblemen und psychischen Belastungen durch Krieg und Flucht, sogenannte „Härtefälle“, eine sie stärkende, lebendige und zugleich fürsorgliche Bleibe. Einen Eindruck davon vermittelt eine Präsentation von August 2017. WELCOMMON an innovative project

Seit März 2018 steht ein verändertes Nutzungskonzept an. Freiwillige helfen mit, es zu realisieren. Sehr plötzlich und nicht nachvollziehbar hatte UNHCR in Übereinstimmung mit der Stadt Athen die finanzielle Förderung eingestellt. Ab sofort werden keine Gemeinschaftsunterkünfte mehr gefördert, sondern nur noch Unterbringungen in angemieteten Wohnungen. Damit wird ein an sich begrüßenswertes „housing-programm“ verabsolutiert. Alle, auch die hilfsbedürftigen Bewohner, mussten inzwischen – gegen ihren erklärten Willen und Protest – das von ihnen geschätzte Model Hostel WELCommon verlassen.
Ende des Wohnprojekts

Verändertes Nutzungskonzept von WELCommon

WELCommon stand vor dem Aus. Aber dessen Initiator und Leiter, Nikos Chrysogelos, ein früheres Mitglied des Europaparlaments und Vorsitzender der Sozialen Kooperative Wind of Renewal, sowie andere aus seinem Team geben nicht auf – obwohl eine Förderung durch eines der bestehenden Programme der Flüchtlingshilfe nicht in Sicht ist. Das Folgeprojekt muss sich also selbst tragen. Zu diesem Zweck werden einige der sieben Etagen (insgesamt 3200 qm Wohnfläche) der früheren Flüchtlingsunterkunft in ein Hostel im Sinne eines Gästehauses für Touristen umgewandelt. Bereits im Mai ist die Eröffnung dieser touristischen Teilnutzung.

Auf den anderen Etagen entsteht ein Kommunales Zentrum mit Projekträumen und Werkstätten für Geflüchtete, Migranten und Einheimische. Es soll sich aus den Einnahmen der touristischen Teilnutzung finanzieren. Die bisherige pädagogische, kulturelle und soziale Arbeit mit und für Geflüchtete wird im „Community Center WELCommon“ in modifizierter Form weitergeführt. Die Zielsetzungen „Öffnung in den Stadtteil“ und „job-integration“ werden verstärkt umgesetzt. Schwerpunktmäßig werden Anlernprojekte in verschiedenen Tätigkeitsfeldern für arbeitslose Jugendliche und Erwachsene entwickelt. Erwerbstätigkeit und Weiterqualifizierung werden vorbereitet. An entsprechenden Angeboten besteht in Griechenland ein großer Mangel. Wobei sich die Angebote nicht nur an Geflüchtete, sondern auch an Migranten und Griechen richten.

Das erste Kurzzeitprojekt beginnt im Mai: Acht Geflüchtete, ehemalige Bewohner des Hauses, und vier Griechen werden im Community Center WELCommon in Anlehnung an eine duale Ausbildung unter professioneller Anleitung theoretisch und praktisch „on the job“ dafür qualifiziert, im Hotelgewerbe zu arbeiten. Sie beginnen als Teilzeitangestellte im Hostel/ Hotel Welcommon. Job-Integration

Einbeziehen von Freiwilligen

Im „Community Center WELCommon“ werden Freiwillige dringend gebraucht. Ihre Betreuung und Anleitung sind durch die hervorragende Pädagogin, Lizeta, und durch die engagierte Sozialarbeiterin, Vaso, gewährleistet. Beide gehörten bereits in der Flüchtlingsunterkunft dem Mitarbeiterteam an, das auf Grund fehlender Mittel inzwischen stark verkleinert werden musste. Dankenswerterweise werden ihre Stellen vermittelt über Respekt für Griechenland ein Jahr lang von der Heidehof-Stiftung und von der Theodor-Springmann Stiftung bezahlt. Das erzeugt Sicherheit und erhöht die Stabilität in der Phase der Umgestaltung von WELCommon.

Lizeta bezieht Freiwillige in außerschulische Kurse und Projekte mit geflüchteten und einheimische Kinder ein (Spielen; Sprachkurse; Nachhilfe; Musik und Theater; kreatives Gestalten; Ausflüge etc) sowie in Lern- und Freizeitangebote für Jugendliche im schulpflichtigen Alter, die keine Schule besuchen. Zugleich ermutigt sie Freiwillige, eigene Projekte zu entwickeln. Die Angebote werden von ehemaligen Bewohnern des Hostels WELCommon nachgefragt, aber auch von anderen Kindern und Jugendlichen aus der Nachbarschaft. Daneben ist Lizeta – unterstützt von Freiwilligen – beteiligt an der nachholenden Vermittlung von Grundkenntnissen an junge Erwachsene, die auf Grund von Krieg und Flucht wenig formale Bildung erwerben konnten, diese aber in Griechenland brauchen.

Vaso ist zuständig für diejenigen unter den Freiwilligen, die Sozialarbeit/ Sozialpädagogik studieren bzw. studiert haben oder sich für dieses Praxisfeld interessieren. Studien – oder Berufspraktika können unter ihrer Anleitung absolviert werden. Sie hält den Kontakt zu Hochschulen und anderen Ausbildungsstätten. Sie bezieht Freiwilligen in eine aufsuchende und stadtteilbezogene Sozialarbeit mit Geflüchteten und anderen gesellschaftlich Benachteiligen ein. Innerhalb und außerhalb des Community Centers bemüht sie sich um die Jobintegration ehemaliger Hausbewohner und arbeitet mit in der Vorbereitung von Geflüchteten und anderen Arbeitslosen auf eine Erwerbstätigkeit.

Interessenbekundung an einer Mitarbeit

Wer Interesse an einer ehrenamtlichen Mitarbeit im Community Center WELCommon in Athen hat, teile uns seine Zeitplanung mit. Wünschenswert ist eine Aufenthaltsdauer von mindestens vier Wochen. Wir bitten um Angaben zu Ausbildung, Alter, Sprachkenntnissen, beruflichen und sonstigen Qualifikationen sowie zum gesellschaftspolitischen Engagement und zu praktischen Erfahrungen, insbesondere im Bereich Migration oder Flüchtlingsarbeit. Telefon- oder Handynummer nicht vergessen. Ihre Bewerbung sollten Sie gleich auf Englisch an uns richten, da wir mit WELCommon auf Englisch kommunizieren und Ihre Unterlagen nach einer Vorprüfung zur endgültigen Entscheidung dorthin senden.

 Reise- und Lebenskosten

Den Freiwilligen steht in der Regel eine kostenfreie Unterkunft im Hostel WELCommon zur Verfügung. Bei Bedarf gibt Respekt für Griechenland e.V. einen Zuschuss von höchstens 200 Euro zu den Flugkosten sowie von höchstens 12 Euro/ pro Tag zu den Lebenshaltungskosten. Bei diesem Angebot ist zu bedenken, dass wir nur schwer die notwendigen Spenden für unsere Flüchtlingsarbeit in Griechenland einwerben können. Dennoch weisen wir niemanden ab, der oder die geeignet erscheint, nicht aber alle Aufwendungen selbst bezahlen kann.

Kontaktaufnahme über „initiative-rfg@posteo.de“ zum Projektleiter Herbert Nebel
Spendenkonto für die Flüchtlingshilfe in Griechenland
bei der GLS Bank
Kontoinhaber: Respekt für Griechenland e.V.
IBAN: DE15 4306 0967 1175 7746 02,  BIC: GENO DE M 1 GLS
Steuernummer: 27 / 676/ 52054. Spendenbescheinigungen werden bei Angabe von Name und Anschrift am Jahresende ungefragt ausgestellt.

Volunteers for Lesvos

Über das Projekt
Auf Lesbos sind seit September 2015 die Volunteers for Lesvos tätig. Das Team besteht aus sechs bis zehn wechselnden Freiwilligen. Das Solidaritäts- und Hilfsprojekt des Vereins „Respekt für Griechenland e.V.“ leitet Anja Schneider von Berlin aus. Auf der Insel selbst wird es jeweils von einem schon länger anwesenden und erfahrenen Teammitglied koordiniert. Die Freiwilligen arbeiten selbstbestimmt – in Kenntnis des Bedarfs und in Absprache mit anderen Gruppen.

Detaillierte Berichte zur Situation und zur Arbeit auf Lesbos finden sich auf unserem Blog: https://volunteersforlesvos.wordpress.com/

Erste Projektphase:  Oktober 2015 bis März 2016
Von November 2015 bis März 2016 halfen die Teilnehmenden vor allem bei der Erstbetreuung der Menschen, die völlig durchnässt und unterkühlt die Strände von Lesbos erreicht hatten, und kümmerten sich um die tägliche Versorgung der Angekommenen mit Essen und Kleidung. Von Januar bis 20. März 2016 landeten allein auf Lesbos über 85.000 Flüchtende.

Zweite Projektphase: April 2016 bis zur Gegenwart
In Folge des Abkommens der EU mit der Türkei vom 20. März 2016 kommen weniger Boote auf Lesbos an. Während andere Gruppen und Hilfsorganisationen sich zurückzogen, ist unser Team geblieben – eine Entscheidung, die sich als richtig erwiesen hat:

Gegenwärtig sitzen immer noch an die 8000 Geflüchtete auf Lesbos fest. Obwohl seit Spätherbst 2017 – auf Druck griechischer und anderer Menschenrechtsorganisationen – eine größere Anzahl von „vulnerable cases“, sogenannte Härtefälle (1650 Pers./ Stand 18. 12. 17) aufs Festland in stabile Unterkünfte gebracht wurden, ist der Hot Spot Moria, der für 3000 Personen ausgerichtet ist, mit über 6000 Schutzsuchenden nach wie vor völlig überbelegt. Innerhalb und direkt vor dem Camp leben Frauen, Männer und Kinder in winzigen Zelten weitgehend ohne sanitäre Anlagen.

Seit Sommer 2017 erreichen wieder vermehrt Schutzsuchende die Insel (März 2018 waren es an die 1400 Personen). In Moria fehlt an allem: an ausreichender und bekömmlicher Verpflegung, an Schutz vor Nässe und  Kälte, aber ebenso an medizinischer, psychosozialer und juristische Betreuung. Die Geflüchteten warten teilweise Monate auf ihre Anhörung. Die wenigen NGOs und Anwälte, die Beratung und Vorbereitung auf das Asylverfahren anbieten, können die Zahl der Anfragen nicht bewältigen. Viele Flüchtlinge leben in Angst vor einer Abschiebung in die Türkei. Aus Verzweiflung kommt es wiederholt zu gewaltsamen Auseinandersetzungen.

Außerhalb von Moria sind zusätzlich überwiegend „Härtefälle“ (über 1500 Pers.) in Wohnungen oder in besser ausgestatteten Unterkünften untergebracht. Hinzu kommen an die 500 Geflüchtete, die es in Moria nicht mehr ausgehalten haben, nun in leerstehenden Gebäuden oder am Strand leben und aus jeder offiziellen Versorgung rausfallen.

Tätigkeiten
Die Tätigkeiten der Volunteers reichen von der Erstversorgung Ankommender am Strand über Alltagsfürsorge und Projektarbeit mit Kindern und Erwachsenen sowie Unterstützung durch juristische, medizinisch oder sprachkundige Fachkräfte bis zur Mithilfe bei der Verpflegung von Geflüchteten ohne feste Unterkunft.

Mehr zur Situation auf Lesbos und zur Arbeit der Volunteers siehe Brief der Projektleiterin anlässlich einer Crowdfunding- Spendenkampagne (von November 2017- März 2018).
Und hier:  Der erfolgreiche Abschluss dieser Spendenkampagne!

Teilnahmebedingungen
Mindestaufenthalt: Wir nehmen nur Freiwillige, die mindestens vier Wochen oder länger im Projekt mitarbeiten können. Ausnahmen machen wir gelegentlich bei Personen, die Arabisch, Farsi, Urdu, Französisch oder Griechisch sprechen und/oder medizinische, juristische, psychologische oder pädagogische Kompetenzen haben.

Wohnsituation: Unsere Basis ist eine einfache Wohnung in Mytilini (der Hauptstadt) mit Küche, Bad, einem Wohnzimmer und bis zu zehn Schlafgelegenheiten.

Zuschuss zu Reise- und Lebenshaltungskosten: Die Arbeit ist ehrenamtlich. Bei Bedarf bezuschusst „Respekt für Griechenland“ teilweise oder ganz die Flugkosten (mit maximal 300 €) und die Lebenshaltungskosten (mit maximal 12 €/ pro Tag). Unterkunft und Mietwagen stehen dem Team kostenfrei zur Verfügung.  So erwünscht „Selbstzahler“ sind – niemand wird abgelehnt, weil er oder sie einen Zuschuss benötigt.

Planungsstand
Wir möchten das Projekt, das sich vor Ort ein hohes Ansehen erworben hat, fortsetzen, solange das Flüchtlingselend auf Lesbos anhält. Unser Team hat schon mehrfach bewiesen, dass es sich kurzfristig und flexibel auf neue Situationen und Anforderungen einstellen kann. Da weiterhin viele Bewerbungen bei uns eingehen, stellt die Projektleiterin das Team entsprechend dem jeweils vordringlichen Bedarf zusammen.

Erbetene Angaben von Teilnahme-Interessierten: Zeitpunkt und Dauer einer möglichen Mitarbeit; Ausbildung, berufliche Tätigkeiten, Alter, gesellschaftspolitisches Engagement, insb. im Migrations- und Flüchtlingsbereich; Sprachkenntnissen (Englisch ist Voraussetzung, Arabisch, Farsi/Dari, Französisch, Griechisch erwünscht); Auslandsaufenthalte, Fahrerlaubnis sowie sonstige Erfahrungen, die für eine Mitarbeit nützlich sein könnten; Telefon- oder Handynummer.


Erreichbarkeit von „Volunteers for Lesvos“: Initiative-rfg@posteo.de Ansprechpersonen: Herbert Nebel, Anja Schneider, Hilde Schramm, Julius Verrel

Spendenkonto für die Flüchtlingsarbeit in Griechenland bei der GLS Bank
Kontoinhaber: Respekt für Griechenland e.V.
IBAN: DE15 4306 0967 1175 7746 02,  BIC: GENO DE M 1 GLS
Steuernummer: 27 / 676/ 52054  Spendenbescheinigungen werden bei Angabe von Name und Anschrift ausgestellt.

Spendenbitte für Flüchtlingshilfe in Griechenland

Wir entsenden Freiwillige nach Lesbos und nach Athen. Siehe Berichte und Fotos von Beteiligten (Stand Herbst 2017) http://xt.xn--respekt-fr-griechenland-kpc.de

Volunteers for Lesvos: Seit Herbst 2015 haben wir ein wechselndes Team von jeweils 6-10 Freiwilligen auf Lesbos. Dort werden immer noch an die 8 000 Geflüchtete festgehalten, davon über 6000 im berüchtigten Hot Spot Moria. Dies Camp ist nach wie vor völlig überbelegt, auch wenn in den letzten Monaten auf Drängen von griechischen und anderen Menschenrechtsorganisationen eine größere Anzahl von „vulnerable cases“ (Härtfälle) auf Festland gebracht wurde. Seit Sommer 2017 kommen wieder vermehrt Schutzsuchende auf Lesbos an. Im März 2018 waren es an die 1500. Viele müssen in winzigen Campingzelten leben. In Moria fehlt es an allem, an ausreichender Ernährung, an sanitären Anlagen, an Kleidung, aber ebenso an Sprachmittlern, an Rechtsberatung zum Asylverfahren, an Krankenbetreuung, an freundlicher Aufmerksamkeit. Aus Verzweiflung kommt es zunehmend zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. Aber auch in den besser ausgestatteten Unterkünften auf der Insel arbeiten „Volunteers for Lesvos“ mit. Das Team kooperiert vor Ort mit zahlreichen Gruppen und Einrichtungen der Flüchtlingshilfe. Schon häufig hat es gemeinsame Aktivitäten angeregt und koordiniert.  Projektbericht „Volunteers for Lesvos“  und  https://volunteersforlesvos.wordpress.com

Freiwillige für „Welcommon“ in Athen: Seit Herbst 2016 haben Freiwillige mitgeholfen, eine ehemalige Klinik in ein wegweisendes und viel beachtetes Wohnprojekt für Geflüchtete umzugestalten. Dort fanden vor allem „vulnerable cases“, sogenannte Härtefälle, eine gute Bleibe. Zu März 2018 aber haben UNHCR und die Stadt Athen kurzfristig die finanzielle Förderung eingestellt. Alle, auch die hilfsbedürftigen Bewohner, wurden inzwischen in Wohnungen eingewiesen. Ihre Proteste blieben ungehört. Hostel Welcommon stand vor dem Aus. Aber dessen Initiator und Leiter, Nikos Chrysogelos, und andere aus seinem Team geben nicht auf. Sie konzentrieren sich nunmehr auf die Integration von Geflüchteten in die Nachbarschaft. Einige der sieben Etagen wollen sie ab Mai bei bezahlter Mitarbeit von Geflüchteten als Hostel Welcommon für Touristen nutzen. Mit den Einnahmen hoffen sie im Gebäude ein kommunales Zentrum mit Projekträumen und Werkstätten für Geflüchtete, Migranten und Einheimische errichten zu können. Einer der Schwerpunkte wird die Berufsvorbereitung von arbeitslosen Jugendlichen sein. Freiwillige werden im Zentrum dringend gebraucht und gerne einbezogen. Deren Anleitung ist durch die Pädagogin Lizeta und die Sozialarbeiterin Vaso gewährleistet. Neuer Projektbericht „Freiwillige für Welcommon in Athen“

Finanzierung: Respekt für Griechenland e.V. erhält keinerlei öffentliche Förderung. Alle Freiwilligen arbeiten ehrenamtlich. Bei Bedarf übernimmt der Verein ganz oder teilweise die Kosten für Reise und Lebensunterhalt. Auf Lesbos müssen wir eine Wohnung und einen Leihwagen mieten. Hinzukommen  Kosten für Projektverwaltung und Öffentlichkeitsarbeit.

Herbert Nebel nebelherbert@t-online.de  0175 -296 88 73; Hilde Schramm hilde.schramm@respekt-für-griechenland.de 030/ 833 44 72; Sonja Laaser laaser.kultur@gmail.com; Claus Kittsteiner Claus.Kittsteiner@gmx.de; Ulfert Krahé  ulfkra1@freenet.de; Rotraut Bieg-Brentzel mailto:bieg.brentzel@gmx.de; Reinhard Feld reinhard.feld@respekt-für-griechenland.de; Ursula Herdt, Anja Schneider

Spendenkonto für Flüchtlingshilfe in Griechenland bei der GLS Bank
Kontoinhaber: Respekt für Griechenland e.V.
IBAN DE15 4306 0967 1175 7746 02,  BIC: GENO DE M 1 GLS
Steuernummer: 27/676/52054.
Spendenquittungen werden bei Angabe von Name und Anschrift am Jahresende ungefragt zugesandt.