Vorstellung der Kampagne „Deutsche Kriegsschuld und Verpflichtungen gegenüber Griechenland“

„Wir sind eine Gruppe von Bürgerinnen und Bürgern, die sich in Griechenland in der Flüchtlingshilfe engagieren, dort Klimaschutzprojekte machen und Selbsthilfegruppen unterstützen. Durch unsere Arbeit wissen wir, wie fest unter einer beruhigten Oberfläche die Verbrechen von Deutschen im Zweiten Weltkrieg im kollektiven Gedächtnis verankert sind. Zugleich mussten wir erkennen, wie beschämend gering die Bereitschaft Deutschlands war, Griechenland beim Aufbau seines zerstörten Landes zu helfen und Leidtragende zu entschädigen.

Griechenland war, außer als Ferienland, erstaunlich lange aus dem Blickfeld der meisten Deutschen geraten. Der Konflikt zwischen Deutschland und Griechenland zur Schuldenkrise hat den Nebeneffekt, dass die beiden Länder sich näher gekommen sind. Die neue Aufmerksamkeit gegenüber Griechenland holt aber auch den lange verdrängten Besatzungsterror ins Bewusstsein der Nachgeborenen. Und so wächst die Einsicht, dass weitere Kompensationen geboten sind.

Die von Deutschland begangenen Verbrechen gegen die Menschlichkeit erscheinen mit wachsendem Zeitabstand nicht geringer, werden vielmehr durch zunehmendes Wissen und neue Bewertungen immer größer. Das zeigt sich gegenwärtig bei Griechenland. Die Verpflichtungen aus der Kriegsschuld sind mithin keineswegs „erledigt“ und werden auch zukünftig, wenn der Blick sich weiter schärft, nicht „erledigt“ sein.

Unabhängig davon, ob die strittigen Reparationsfragen noch einmal mit Griechenland verhandelt und zu einem Ergebnis geführt werden, lassen sich heute aus politischer und moralischer Verpflichtung und auch mit rechtlichen Gründen Forderungen benennen, die auch mit Verweis auf etwaige Reparationsabkommen oder Präzedenzfälle nicht abgewiesen werden können.

Die Bundesrepublik Deutschland hat über die Jahre, immer unterhalb von Rechtsansprüchen, mit einzelnen Ländern „indirekte“ oder „außergesetzliche“ Zahlungen vereinbart und Fonds oder Stiftungen, die humanitär und moralisch begründet wurden, eingerichtet. Das alles ist nicht ausreichend, dennoch setzen wir hier mit drei Forderungen an, die wir für vordringlich halten.“

Zitat: Einleitender Text des Positionspapiers von `Respekt für Griechenland´ zum Thema Kriegsschuld in der Fassung vom Januar 2020

Forderungen an den Bundestag und die Regierung der Bundesrepublik Deutschland:

  • Rückzahlung des Zwangskredits, den das „Deutsche Reich“ von Griechenland erpresste
  • Erstattungen an die Jüdische Gemeinde Thessaloniki: Lösegeld und Bahnfahrkarten
  • Unterstützung der nachhaltigen Entwicklung des ländlichen Raums –
    unter besonderer Berücksichtigung von Opfergemeinden

Unterstützen Sie uns durch Ihre Unterschrift, Mitarbeit oder durch Spenden!

Das Positionspapier in Deutsch (Fassung Januar 2020)
Liste der Erstunterstützer/innen (deutsche Fassung März 2019)

Das Positionspapier in Griechisch (Fassung Januar 2020)
Liste der Erstunterstützer/innen (griechische Fassung März 2019)

Das Positionspapier in Englisch (Fassung März 2019)

Spendenkonto für die Kampagne „Kriegsschuld und Verpflichtungen“ bei der  GLS Bank:
Kontoinhaber: Respekt für Griechenland e.V.
IBAN: DE58 4306 0967 1175 7746 04
BIC: GENODEM1GLS

Kontakt:
Hilde Schramm, Vorstandmitglied von Respekt für Griechenland e.V.
E-Mail: hilde.schramm@t-online.de