{"id":1458,"date":"2016-11-21T14:48:03","date_gmt":"2016-11-21T12:48:03","guid":{"rendered":"http:\/\/xn--respekt-fr-griechenland-kpc.de\/?page_id=1458"},"modified":"2016-11-21T14:49:35","modified_gmt":"2016-11-21T12:49:35","slug":"was-ist-solioli","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/xn--respekt-fr-griechenland-kpc.de\/?page_id=1458","title":{"rendered":"Was ist SoliOli?"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-size: 12pt;\">In einem Artikel der \u201eContraste\u201c &#8211; Monatszeitung f\u00fcr Selbstorganisation &#8211; beschreibt Elisabeth Meyer-Renschhausen das Konzept von \u201eSoliOli\u201c. Es begann damit, dass sich auf dem Berliner Kongress zur Solidarischen \u00d6konomie SOLIKON im September 2015 die Initiative \u00bbSolidarity4All \u00ab (s4a) aus Griechenland vorstellte. Die Kampagne zur Direktvermarktung von griechischem Oliven\u00f6l ist ein Beispiel, wie man Solidarische \u00d6konomie aus und f\u00fcr Griechenland praktisch machen kann. Der Artikel beschreibt den Weg dorthin und konkret, was \u201eSoliOli\u201c ist. Wir hoffen, dass daraus mehr wird.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">Elisabeth Meyer-Renschhausen |Quelle: CONTRASTE, Novemberausgabe 2016<br \/>\n<\/span><strong><span style=\"font-size: 12pt;\">Solidarische \u00d6konomie \u00fcberwindet Grenzen<\/span><\/strong><\/p>\n<p><em><span style=\"font-size: 10pt;\">Auf dem Berliner Kongress zur Solidarischen \u00d6konomie SOLIKON im September 2015 stellte sich die Initiative \u00bbSolidarity4All \u00ab (s4a) aus Griechenland vor. Zum Schluss fragte Georgia, Athen, ob man die Solidarische \u00d6konomie nicht auch l\u00e4nder\u00fcbergreifend praktisch werden lassen k\u00f6nnte. Gesagt getan. Klaus, Frank und Drakon taten sich zusammen und mittels kompetenter Wirtschaft-, Griechenland- und Computer- Kenntnisse, vieler, vieler Stunden Arbeit und einem Kranz zus\u00e4tzlicher, zeitweiliger Unterst\u00fctzer kam zustande, was keiner sich vorher hat tr\u00e4umen lassen: F\u00fcr ganze 17.000 Euro wurden zwei Kooperativen Oliven\u00f6l und Oliven abgekauft.<\/span><\/em><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">\u00a0Genau ein Jahr nach dem Kongress kam der LKW aus Griechenland in Berlin an. Innerhalb von drei Tagen holten alle Beteiligten ihre Bestellung in der \u00bbSchnittstelle\u00ab einem Kellerraum zur Produkteverteilung aus der solidarischen Landwirtschaft ab. Klaus hatte lange, detailreiche Bestelllisten angelegt, Frank gab aus und hakte ab. Luca hatte zum Schluss noch eine wunderbare informative Webseite zum \u00bbSolioli\u00ab angelegt. Die beiden Kooperativen in Griechenland bekommen so ein gutes Einkommen. Zum Abschluss gab es eine Podiumsdiskussion mit Bericht aus Griechenland nebst einer Debatte \u00bbwie weiter\u00ab, einem kleinen Umtrunk mit Verkostung von \u00d6l und Oliven, wozu die Organisatoren ihre \u00bbGemeinde\u00ab einluden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">Die beiden Kooperativen stammen aus verschiedenen Landesteilen Griechenlands. S4a ist eine Gruppe zur Vernetzung -und technischer Unterst\u00fctzung griechischer Kooperativen. S4a ist dennoch umstritten, eine Reihe von Kooperativen wollen keine Unterst\u00fczung von ihnen, da die Gruppe von Syriza inanziert wird. S4a unterst\u00fctzt und ber\u00e4t die Kooperativen von Athen aus, die sich an sie wenden im ganzen Land. Georgia, als eine der Aktiven von s4a, sieht einen fundamentalen Wechsel in Griechenland, hin zu einem Leben im Sinne eines Guten Lebens statt dem hinterher Hecheln maximaler Einkommen in der \u00f6fentlichen Verwaltung. Die gibt es ohnehin kaum noch, die Troika hat den griechischen Staat gezwungen, binnen k\u00fcrzester Zeit 40 Prozent der Staatsangestellten zu entlassen. Solidarity4all ermuntert daher alle Griechen und Griechinnen dazu, sich am eigenen Schopf aus dem Sumpf zu ziehen. Auf der Homepage erinnern s4a in verschiedenen Sprachen daran, dass die umstrittene neoliberale Politik die Griechen erst in diese Lage gebracht hat. Die Deutschen, die den \u00bbSolioli\u00ab ins Leben riefen, wissen zudem, das die kaiserliche Kolonial- Politik, Zerst\u00f6rungen und Goldraub seitens der Nazis und die gezielte und jahrelange Bestechung der fr\u00fcheren Regierungen seitens gro\u00dfer Firmen insbesondere Siemens Griechenland in diese Lage brachten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">Die \u00bbSpar\u00ab-Politik der letzten f\u00fcnf Jahre setzte dem nun die Krone auf. Die L\u00f6hne und Renten sind um bis zu 50 Prozent gek\u00fcrzt. Und von den Jugendlichen sind (sogar nach oizieller Statistik!) 56 Prozent arbeitslos. Daher ist es besonders wichtig, dass die jungen Griechen, wenn sie nicht alle auswandern wollen, selbst t\u00e4tig werden. Und tats\u00e4chlich, so erz\u00e4hlt Georgia, entst\u00fcnden \u00fcberall wieder handwerkliche Betriebe wie Schuster, B\u00e4cker oder Schmieden. Wenn jemand hier etwa eine Maschine kaufen m\u00fcsse, w\u00fcrde er als erstes herum fragen, ob es nicht irgendwo im Land eine Kooperative, also Genossenschaft g\u00e4be, die derartiges herstelle oder anbiete. Das w\u00e4ren wirklich sehr hoffnungsmachende Zeichen\u2026<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">Dass heute jeder zweite Griechen in der Hauptstadt Athen lebe, h\u00e4lt die Athenerin \u00fcbrigens f\u00fcr verr\u00fcckt. Daher ist sie froh, dass viele Griechen das Land ihrer Gro\u00dfeltern nicht verkauft haben, sondern damit wieder etwas machen k\u00f6nnen. Und das passiert tats\u00e4chlich: viele junge Griechen gehen zur\u00fcck aufs Land. Und so entstand die Kooperative Greenland, von der die H\u00e4lfte des \u00fcber \u00bbSolioli\u00ab nach Berlin gebrachten Oliven\u00f6ls stammt. Die Kooperative \u00bbGreenland\u00ab entstand in Messenien auf der Halbinsel Peloponnes. Sie besteht aus f\u00fcnf Menschen, die vor einigen Jahren von Athen zur\u00fcck aufs Land gingen, um Neues auszuprobieren und der Erwerbslosigkeit den R\u00fccken zu kehren. Sie verkaufen ihr \u00d6l und ihre Oliven direkt an kleine L\u00e4den der Umgebung oder an andere Kooperativen im Land. Sie achten sehr auf die Qualit\u00e4t und nehmen daf\u00fcr auch einen entsprechenden Preis. Ihr \u00d6l machen sie ausschlie\u00dflich aus Koroneiki-Oliven. Sie wurden f\u00fcr die besondere Qualit\u00e4t ihres Oliven\u00f6ls bereits mehrfach ausgezeichnet.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">Die zweite H\u00e4lfte des \u00d6ls stammt von der Kooperative Modousa auf Lesbos, genauer aus dem S\u00fcdosten der Insel. Die Kooperative entstand erst im Jahr 2015. Auf Lesbos wird noch alles per Hand gemacht, einschlie\u00dflich der Ernte. Die Olivenanbauer hier produzieren ihr Bio-\u00d6l aus Kolovi und Adramitiani-Oliven, was als besonders leicht verdaulich und gut vertr\u00e4glich gilt. Binnen eines Jahres haben sich 30 Olivenbauern von Lesbos der Kooperative angeschlossen. Bisher haben sie ausschlie\u00dflich innerhalb von Lesbos beziehungsweise Griechenland verkauft. Der Witz ist die regionale Vermarktung, die Zwischenh\u00e4ndler vermeidet. Durch die eigene Verarbeitung der Oliven zu \u00d6l und die direkte Vermarktung k\u00f6nnen sie davon leben. Die sch\u00f6n gestaltete Homepage von \u00bbModousa\u00ab erm\u00f6glicht die Bestellung per Internet. Sie zeigt eine wundersch\u00f6ne Insellandschaft, ist bisher leider ausschlie\u00dflich griechisch. Ohne die Vermittlung von s4a w\u00e4re ihr \u00d6l wohl nicht bis nach Berlin gekommen.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In einem Artikel der \u201eContraste\u201c &#8211; Monatszeitung f\u00fcr Selbstorganisation &#8211; beschreibt Elisabeth Meyer-Renschhausen das Konzept von \u201eSoliOli\u201c. Es begann damit, dass sich auf dem Berliner Kongress zur Solidarischen \u00d6konomie SOLIKON im September 2015 die Initiative \u00bbSolidarity4All \u00ab (s4a) aus Griechenland vorstellte. 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