Brand in Moria – Spendenaufruf!

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Am Freitag letzter Woche, also vier Tage vor dem Brand in Moria, war einer unserer Helfer im Lager und sprach mit Bewohner*innen über ihre Situation. »Sag bitte den Menschen in Deutschland, dass wir nicht mehr können!« das war der Satz, den ihm eine afghanische Frau mehrmals nachdrücklich sagte – immer noch sehr freundlich, aber bestimmt. Sie schob nach: »Wir sind seit März im Corona-Lockdown, das Wasser wird täglich für mehrere Stunden abgestellt, so dass wir unsere Hände nicht waschen und auch nicht auf die Toilette gehen können, unsere Kinder können schon seit Monaten nicht in die Schule gehen, das Essen reicht nicht und falls doch, ist es schlecht. Wir fühlen uns nicht sicher, weil es hier ständig Streit gibt – besonders nachts ist es für uns sehr gefährlich.«

Dienstag Nacht ist das Lager dann abgebrannt. Seitdem irren ca. 12.000 Menschen auf der Insel nach Wasser, Verpflegung und einer Bleibe umher. Oft campieren sie in kleineren oder größeren Gruppen am Straßenrand oder haben sich in Wäldern oder Olivenhainen niedergelassen. Unsere Volunteers for Lesvos verteilen Tag und Nacht große Mengen Wasser und Essen an sie, sofern sie sie überhaupt erreichen können.

Wenn die Geflüchteten nach Mytilini oder in die angrenzenden Orte gehen wollen, treffen sie auf massive Polizeiaufgebote, die ihnen den weiteren Weg versperren. Auch haben sich schon Bürgerwehren gebildet, die »ihren« Ort jetzt »verteidigen«.

Eigentlich wäre aktuell dringend und sofort umfassende, koordinierte Nothilfe und Deeskalation angebracht. Aber wie so oft, passiert von offizieller Seite nichts – Griechenland und besonders die ostägäischen Inseln werden mal wieder alleingelassen. Die griechische Regierung erhöht so auch den Druck auf andere europäische Länder. Bisher passiert da aber nur wenig bis gar nichts. Jetzt bleibt einfach nur die Hoffnung, dass die Stimmung auf Lesbos nicht weiter hochkocht und dass es nicht zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen kommt.

Es ist jetzt dringend notwendig, dass Bundesinnenminister Seehofer den Bundesländern und Kommunen, die Geflüchtete aufnehmen wollen, dies nicht untersagt. „Wir haben Platz!“ war eine Losung auf den Demonstrationen am Mittwoch. Für Deutschland ist es ein kleiner Schritt, für Lesbos wäre es ein Zeichen der Solidarität und eine Entlastung von einem Problem, das Griechenland und ganz besonders die betroffenen Inseln auf Dauer nicht allein werden lösen können.

Spendenaufruf

Respekt für Griechenland e.V. ruft zu Spenden auf, damit die Freiwilligen in unserem Projekt „Volunteers for Lesvos“ mittellose Geflüchtete mit Lebensmitteln, Wasser und dem Nötigsten versorgen können. Die Spenden sind steuerlich absetzbar!

Spendenkonto bei der GLS Bank:
Kto.-Inhaber: Respekt für Griechenland e.V.
BIC: GENODEM1GLS
IBAN
: DE15 4306 0967 1175 7746 02 Stichwort: „Lesbos Soforthilfe“