18.11.2019 Bremen, Film und Diskussion: Der Balkon – deutsche Kriegsverbrechen in Griechenland

im Rahmen der Veranstaltungsreihe zu „Deutsche Kriegsschuld und Verpflichtungen gegenüber Griechenland“

am Montag, den 18.11.2019 / 20 Uhr, City 46
Birkenstraße 1, Bremen

Die Kriegsverbrechen der Wehrmacht in Griechenland stehen derzeit im Fokus einer komplexen Debatte um „Wiedergutmachung“. Neben Forderungen nach späten Reparationszahlungen auf staatlicher Ebene gibt es die zivilgesellschaftliche Initiative „Respekt für Griechenland“, die sich u.a. für einen Fonds zur nachhaltigen Entwicklung des ländlichen Raums stark macht – unter besonderer Berücksichtigung der von der Weltmacht zerstörten Ortschaften.

Die Heinrich Böll-Stiftung Bremen lädt daher ein zum Film „Der Balkon“ (GRC/DE 2018, griechisch OmU), der auf den Recherchen des Bremer Rechtshistorikers Christoph Schminck-Gustavus basiert. Schminck-Gustavus interviewte bereits Ende der 1980er Jahre Überlebende des Dorfes Lyngiades, das im Oktober 1943 von der Wehrmacht überfallen und verbrannt worden war – mitsamt vieler seiner Bewohner*innen.

30 Jahre später greift der aus Lyngiades stammende Filmemacher Chrýsanthos Konstantinidis auf dieses Material zurück, das Prof. Schminck-Gustavus durch umfangreiche Recherchen in militärhistorischen Archiven ergänzt hat. Konstantinidis zeigt auch die Perspektive der heutigen Bewohner*innen von Lyngiades: Viele Angehörige der Nachkriegsgenerationen erfuhren durch die Tondokumente der 1980er Jahre erstmals Näheres über die Verbrechen an ihren Vorfahren. Das kollektive Trauma der Menschen von Lyngiades steht beispielhaft für die Situation in den über 1.700 griechischen Orten, die von der Wehrmacht heimgesucht wurden.

Dem Film folgt ein Gespräch mit Christoph Schminck-Gustavus und Hilde Schramm aus Berlin, Mitgründerin der Initiative „Respekt für Griechenland“

Weitere Informationen:
http://www.tobalkoni.gr (englischsprachig)

https://youtu.be/yoomfFiIsA4 (Link zum Filmtrailer)