Crowdfunding für Volunteers for Lesvos

Um unser Projekt über den Winter fortsetzen zu können, haben wir aktuell unsere Crowdfunding-Kampagne Volunteers for Lesvos – unterstützt Menschen auf der Flucht! auf betterplace.org geschaltet.

Berichte von Freiwilligen vor Ort von Lesvos aber auch von der Flüchtlingshilfe in Athen sind hier zu finden:  Berichte und Fotos (alternativer Link hierzu)

Liebe Freund*innen der Initiative Respekt für Griechenland,
liebe Interessierte,

der Winter kommt! Circa 5.400 Geflüchtete sitzen zur Zeit immer noch unter unmenschlichen Bedingungen im berühmt/berüchtigten „Hot Spot“ Moria auf der Insel Lesbos fest.
Das Camp ist trotz des Transfers von Geflüchteten aufs griechische Festland in den letzten zwei Wochen nach wie vor völlig überbelegt, viele der Menschen haben nur kleine Iglu-Zelte zur Verfügung, die kaum Schutz gegen Kälte und Nässe bieten. Es droht eine ähnliche humanitäre Katastrophe wie zu Anfang des Jahres, als die Zelte unter der Schneelast zusammenbrachen und mehrere Menschen starben.

Über das Projekt
Volunteers for Lesvos ist ein unabhängiges Freiwilligen- und Solidaritätsprojekt des gemeinnützigen Vereins Respekt für Griechenland e.V., das seit Herbst 2015 Rettungsschwimmer*innen,  Sozialarbeiter*innen,  Mediziner*innen, Handwerker*innen, Köch*innen, Arabisch-, Farsi- oder Dari- Sprechenden etc. nach Lesbos bringt. Wir kooperieren mit verschiedenen lokalen Initiativen und NGOs, die sich seit Jahren engagieren, um die Lage für die Ankommenden erträglicher zu machen, Versorgungslücken zu schließen und sichere Räume zu schaffen.
Seit dem EU-Türkei-Deal und der Schließung der europäischen Grenzen gibt es so gut wie keine Möglichkeit zur Weiterreise, Lesbos ist für viele zur Endstation geworden. Die Camps, allen voran Moria, sind überfüllt, zumal in den letzten Monaten wieder mehr Schutzsuchende ankamen: Um die 6.000 waren es nach den offiziellen Zahlen des UNHCR allein von September bis November 2017 – so viele wie lange nicht.
Gleichzeitig  wurde die medizinische, psychosoziale und juristische Betreuung durch finanzielle Kürzungen weiter eingeschränkt, obwohl es grundsätzlich an Ärzt*innen, Psycholog*innen, Übersetzer*innen und Anwält*innen fehlt. Die Menge und Qualität des Essens ist oft mangelhaft, die Geflüchteten sind medizinisch unterversorgt, warten teilweise Monate auf ihre Anhörung. Es gibt keine reguläre Rechtsberatung, die wenigen NGOs und Anwälte, die Beratung und Vorbereitung auf das Asylverfahren anbieten, kommen bei der Bearbeitung der Anträge nicht hinterher. Viele der Menschen leben in Angst vor Abschiebung oder gewaltsamen Übergriffen, es kommt verstärkt zu Selbstverletzung. Neben der Bereitstellung der Grundversorgung braucht es also vor allem eines:

Freiwillige…
…die z.B. am Strand die Boote empfangen,
…die z.B. bei Pikpa in der Küche arbeiten
…die z.B. im OHF-Community Center in der Kleiderausgabe tätig sind.

Die Boote müssen an Land gebracht werden, das Essen zubereitet, Kleiderspenden sortiert und verteilt, Anträge geschrieben, Interviews übersetzt werden und vieles mehr. Hier setzt unser Projekt an.

Wir stellen ein Team von 6-10 wechselnden Freiwilligen zusammen, die über einen längeren Zeitraum bleiben können und Fähigkeiten mitbringen, die am dringendsten gebraucht werden. Die Arabisch, Farsi, Dari, Türkisch, eine der kurdischen Sprachen oder Französisch sprechen, die Erfahrung in der Art der Arbeit haben, die juristisch, medizinisch, psychologisch oder pädagogisch geschult sind.

Alle Freiwilligen arbeiten ehrenamtlich, die meisten, besonders die Langzeitfreiwilligen, brauchen aber Zuschüsse zu Reise-, Miet- oder Lebenshaltungskosten, um ihren oft monatelangen Einsatz realisieren zu können. Ihre Arbeit ist umso wichtiger geworden, seit viele der Schutzsuchenden auf den griechischen Inseln festsitzen, da v.a. die Kontinuität der Angebote (wie Unterricht, Kinderbetreuung, Beratung) langfristig etwas bewirken kann.
Unser Team beteiligt sich regelmäßig an den Nachtschichten an der Küste; unsere Koordinatorin vor Ort ist Rettungsschwimmerin, schult neue Freiwillige und gibt Workshops auch für andere NGOs.

Volunteers for Lesvos helfen aber auch bei der Versorgung derjenigen, die aus Furcht vor Abschiebung außerhalb der Camps Zuflucht suchen, in leerstehenden Gebäuden oder am Strand schlafen.

All das neben dem Unterrichten und den Workshops in den übrigen Camps und Sozial- und Gemeinschaftszentren etc., also der Arbeit, die versucht, so etwas wie normale Lebensbedingungen zu schaffen und, wenn auch eingeschränkt, eine Perspektive zu bieten. Das ist gut und sehr wichtig, ein kleiner Lichtblick in all der Hoffnungslosigkeit.

Tätigkeitsfelder der Teilnehmer*innen in Kooperation mit verschiedenen Initiativen/NGOs:

•    Beteiligung an der Beobachtung des Meeres/Empfang der ankommenden Boote und ggf. der Sicherstellung der Erstversorgung am Strand.
•    Schichtdienst in verschiedenen Camps, auch abends und nachts
•    Vorbereitung von Foodboxen, Hilfe beim Kochen, wenn möglich nicht nur für sondern mit Geflüchteten, Essensausgabe
•    Mithilfe bei der Versorgung von Geflüchteten ohne feste Unterkunft in Kooperation mit einer Partnerorganisation
•    Sortieren und Verteilen von Kleidung
•    Workcamps zusammen mit Bewohnern, u.a. zur Reparatur oder Verschönerung ihrer Unterkünfte
•    Unterrichten (z.B. Deutsch/Englisch)
•    Workshops z.B. zu Arts & Crafts, Storytelling etc.
•    Anbieten weiterer Aktivitäten wie z.B. Spielen mit den Kindern, Ausflüge, Sport, Musik…
•    Übersetzen/Ermöglichen von Kommunikation (u.a. auch bei Arztbesuchen und Rechtsberatung) durch Projektteilnehmer, die Arabisch oder Farsi sprechen
•    Versorgung/Unterstützung besonders Bedürftiger/Kranker durch medizinisch und psychologisch geschulte Teammitglieder
•    Mithilfe z.B. beim Einlegen von Widerspruch in den Asylverfahren durch Jurist*innen.
•    Anregung und Koordination gemeinsamer Aktivitäten mehrerer Initiativen und NGOs
•    Recherche von Informationen, die Teilnahme an Veranstaltungen des UNHCR und Meetings mit anderen NGOs sowie das Schreiben von Berichten.

Bitte spendet jetzt! Jeder Euro hilft!

Weitere Infos findet Ihr auch auf unserem Blog unter https://volunteersforlesvos.wordpress.com

Es dankt und sendet liebe Grüße,

Anja Schneider
Projektleiterin Volunteers for Lesvos für Respekt für Griechenland e.V.